Nutzpflanzendatei

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Nutzpflanzendatei - “Winke für den Biogärtner”

Über viele Jahre hinweg hat die Abtei Fulda im Biologischen Gartenbau hervorragende Arbeit geleistet. In einem etwa 2.000 m² großen Klostergarten wird seit mehr als einem halben Jahrhundert nach naturgemäßen Richtlinien gegärtnert. Somit gehören sie mit zu den Pionieren des Biologischen Gartenbaus. Sie beweisen, dass man ohne Chemie auskommen kann. In zahlreichen Schriften gibt es Informationen, die Kleingärtnern helfen. Ein Besuch des Klostergartens lohnt sich allemal. Einfach auf der Internetseite der Abtei die Termine für die angebotenen Führungen nachsehen.

In der von der Abtei herausgegebenen Zeitschrift Winke werden unter dem Stichwort Nutzpflanzendatei in jeder Ausgabe Pflanzen vorgestellt. Angaben gibt es dann u.a. zur Bedeutung und Verwendung, Nährstoffbedarf, Bodenansprüche, Sorten, Positive und negative Nachbarn, mögliche Vor- und Nachkulturen, Pflanzdaten, Saat- und Pflegetipps, Erntetipps und Hinweise zur Lagerung und Verarbeitung, Schädlinge und die dazu möglichen biologischen Bekämpfungsmaßnahmen. Eine bessere Quelle für die Zusammenfassung dieser Informationen ist uns nicht bekannt. Ansonsten gibt es in der 3 Mal im Jahr erscheinenden Zeitschrift umfangreiche Informationen rund um das Thema Biologisches Gärtnern, u.a. zur Bekämpfung von Schädlingen mit biologischen Mitteln.

Wir haben nun von der Abtei im Frühjahr 2016 die Genehmigung erhalten, die Dateien über die Nutzpflanzen zum kostenfreien Download bereit zu stellen. Diese werden seit mehr als 20 Jahren in der Zeitschrift Winke veröffentlicht. Unser Ziel es es, möglichst viele Menschen zu motivieren in ihrem Garten wieder selbst Salat und Gemüse anzubauen und somit einen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz zu leisten. Die Datei wird Schritt für Schritt vervollständigt. Bezugsquellen für Biologisches Saatgut findet man auch auf unseren Internetseiten unter: www.bund-lemgo.de/bio-saatgut.html

Wir bedanken uns ausdrücklich bei Schwester Christa Weinrich von der Abtei Fulda für die Unterstützung zu diesem Projekt. Die Daten sind nur für den privaten Gebrauch!

Ein Link zu dieser Internetseite ist ausdrücklich erwünscht.

Übersicht

Ananaskirsche | Apfel | Aronia | Artischocke | Aubergine | Basilikum | Berberitze | Birne | Blumenkohl | Bohnenkraut | Boretsch | Brombeere | Buschbohne | Chinakohl | Dill | Eibisch | Eibisch | Endivie | Erbse | Erdbeere | Feldsalat | Frühkartoffel | Gartenmelde | Gewürzfenchel | Grünkohl | Grünspargel | Gurke | Haselnuss | Himbeere | Holunder | Johannisbeere | Jostabeere | Kerbel | Kiwi | Knoblauch | Kohlrabi | Kopfkohl | Koriander | Kornelkirsche | Kulturheidelbeere | Kürbis | Lauch | Liebstöckl | Loganbeere | Mais | Mangold | Meerkohl | Meerrettich | Melisse | Möhre 1 2 | Neuseeländer Spinat | Paprika | Pastinake | Petersilie | Pfefferminze | Pfirsich | Pflaume | Preiselbeere | Radieschen | Rettich | Rhabarber | Rosenkohl | Rosmarin | Rote Beete | Rucola | Salat | Salbei | Sanddorn | Sauerampfer | Sauerkirsche | Schwarzwurzel | Sellerie | Spinat | Stachelbeere | Steckrübe | Süsskirsche | Thymian | Tomate | Topinambur | Weinstock | Weissdorn | Weiße Rübe | Winterportulak | Wirsing | Wurzelpetersilie | Zichorie | Zwiebel

Vitamintabelle

 

Naturgemäßer Nutzgarten - Beispiel Abtei FuldaAbtei_Fulda_die_Abtei

Es geht ohne Chemie im Nutzgarten. Dies beweisen seit über 50 Jahren die Benediktinerinnen der Abtei zur Heiligen Maria in Fulda. Verantwortlich für diesen Klostergarten der Benediktinerinnenabtei sind Schwester Agatha und Schwester Christa (Gartenbauingenieurin). Schon in den 50er Jahren, also zu einer Zeit, in der Gartenbau zunehmend mit Hilfe chemischer Präparate durchgeführt wurde, dachten die Schwestern über Alternativen nach, denn in der chemischen Landwirtschaft konnte für sie nicht die Zukunft liegen. Literatur über natürliches oder biologisches Gärtnern gab es zu dieser Zeit noch nicht. Man musste selbst experimentieren und Erfahrungen sammeln. Leitgedanke ist, dass man im Einklang mit der Natur arbeitet.

Durch ihre vorbildliche Pionierarbeit der Schwestern der Abtei Fulda konnte sich der biologische Gartenbau bundesweit etablieren. Ihnen gebührt Dank und Anerkennung für diese herausragende, uneigennützige Arbeit.

Jeder kann dem Vorbild der Abtei folgen und in seinem Nutzgarten auf den Einsatz von Chemie verzichten. Der Lohn sind gesunde Pflanzen und Früchte von ausgezeichnetem Geschmack. Es braucht allerdings seine Zeit, bis der Boden gesundet ist. 3 Kernpunkte gilt es dabei zu beachten.

1. Die Kompostierung

Die Düngezufuhr erfolgt durch die eigene Herstellung von Kompost. Dabei wird zur Schnellkompostgewinnung HUMOFIX eingesetzt. Dieser Aktivator wird in der Abtei selbst aus Schafgarbe, Brennnessel, Baldrian, Löwenzahn, Kamilleblüten und Eichenrinde hergestellt. Die Kräuter werden getrocknet und pulverisiert, dann mit Milchzucker und Honig als Präparat zusammengemischt.

Die zur gesunden Rotte notwendigen Mikroben werden durch den Einsatz von HUMOFIX gefördert und tragen dazu bei, dass innerhalb von nur 4 bis 6 Wochen reifer Humus entsteht. Dabei wird eine hohe Anfangstemperatur von 60 bis 65 Grad erreicht, wodurch Unkrautsamen, Schädlinge und Krankheitserreger zerstört werden. 2 bis 3 kg werden pro qm auf den Gartenboden aufgebracht. So entsteht ein lebendiger, fruchtbarer Boden, eine gute Bodenstruktur und -gare, gesunde und widerstandsfähige Pflanzen, die wiederum für eine reiche Ernte sorgen.

1 Päckchen Humofix reicht für 2 cbm Kompost. Man benutzt nach Möglichkeit Regenwasser zum Ansetzen. Das Päckchen Humofix wird in eine Literflasche mit Regenwasser gegeben, dann schüttelt man die Flasche kräftig und lässt das Ganze einen Tag stehen. Die zerkleinerten Gartenabfälle werden in Schichten von 20 cm bis 25 cm auf durchlässigem Boden aufgeschichtet. Auf jede Schicht gibt man etwa 1 cm ausgereiften Kompost (alternativ kann auch Gartenerde genommen werden), evtl. auch etwas Algenkalk draufstreuen und anschließend mit Humofixwasser besprühen, wobei man zuvor die angesetzte Literflasche auf 10 Liter Regenwasser gibt. Dies wiederholt man nun 4 Mal. Auf die fünfte Schicht Gartenabfälle wird kein Humofix mehr aufgetragen. Diese wird mit Säcken, Stroh oder ähnlichem abgedeckt, um die gewünschte Anfangstemperatur zu erhalten. Die Abdeckung wird nach 2 Tagen entfernt.

Einen neu angesetzten Komposthaufen kann man auch nachträglich mit Humofix aktivieren, indem man in Abständen von 20 cm senkrechte Löcher mit einem spitzen Stock bis 10 cm über der Erde bohrt und den Humofixansatz mit kreisender Bewegung in die Löcher verteilt.Rollsieb

Der Humofix-Aktivator kann bei der Abtei Fulda bezogen werden.

Den Kompost kann man bequem mit einem elektrischen Rollsieb aussieben.
 

2. Die Bodenbedeckung

Durch eine dauerhafte Bodenbedeckung wird der Boden vor Erosion, Auswaschung und Austrocknung geschützt. Mikroorganismen und Regenwürmer fühlen sich wohl und produzieren ständig Düngernachschub. Ein Biogärtner gräbt nicht um, sondern überlässt dies den Regenwürmern. Das gleichbleibende Bodenklima sorgt für ein gesundes Wachstum der Pflanzen. Dabei wird z.B. im Herbst zur Bodenbedeckung gezielt Gelbsenf ausgesät, der dann im Winter abstirbt und bis zum Frühjahr den Boden bedeckt.
 

3. Die Mischkultur

Durch Experimente, Zufallsbegebenheiten und Informationsaustausch hat man über die Jahre Erfahrungen zu guten und schlechten Nachbarschaften von Nutzpflanzen sammeln können. Dazu gab es dann noch zum Teil nur mündlich übermittelte Erkenntnisse, die man konsequent mit angewandt hat.

Als deutsche Pionierin in puncto Mischkultur kann man Gertrud Franck bezeichnen. Nach ihrem Schema wird im Klostergarten in etwa gearbeitet, allerdings nicht ganz so streng und dogmatisch. Um die positiven Effekte der Mischkultur zu nutzen und dennoch die Gemüsepflanzen immer optimal mit Nährstoffen zu versorgen, werden Pflanzkombinationen gewählt, die auch in ihrer Nährstoffbedürftigkeit zusammenpassen. Dann wird beetweise gewechselt. Auf ein gut mit Kompost versorgtes Beet kommt Kohl im Wechsel mit Sellerie. Durch die ätherischen Öle des Sellerie werden Schädlinge vom Kohl abgehalten.

Abtei_Fulda_Ringelblumen_im_GartenNeben den positiven Nachbarschaften der Nutzpflanzen wie z.B. Zwiebel und Möhren, Bohnen - Möhren oder Buschbohnen und Tomaten ist es insbesondere der Abtei Fulda zu verdanken, dass jetzt Erkenntnisse zu den positiven Wirkungen Kräuter und Blumen im Biogarten vorliegen. So halten die Ringelblumen die Tomaten gesund und wohl kaum jemand kommt auf die Idee, Möhren neben Brennnesseln stehen zu lassen. Dabei werden durch den Duft die Schädlinge irritiert, die dann lieber die Monokulturen aufsuchen. Die Blumen und Kräuter ziehen verstärkt Nutzinsekten an, die Schädlingen in Grenzen halten. Durch die Blumen- und Kräutervielfalt angelockte Hummeln und Wildbienen sorgen als Dank für die reichliche Nahrung wiederum für eine gute Befruchtung bei den Nutzpflanzen.

Eine Übersichtstabelle mit positiven und negativen Nachbarn einer Mischkultur finden Sie u.a. hier: http://www.ogv-gedern.de/media/downloads/MK-Tabelle-Farbe.pdf

Sollte es dennoch einmal Probleme geben, greift man nicht auf die Chemie zurück. Jauchen oder auch Tees werden aus verschiedenen Pflanzen hergestellt und zur Stärkung und Abwehr gegen Krankheiten und Schädlinge eingesetzt. Überhaupt wurden in der Abtei Fulda die ersten Rezepte zu solchen Kräuterjauchen entwickelt, die inzwischen in vielen Büchern und Zeitschriften beschreiben werden. Rezepte dazu gibt es in einem kleinen Büchlein: "Pflanzensaft gibt Pflanzen Kraft".

Ihre Erfahrungen geben die Schwestern der Abtei gerne weiter. In der Zeitschrift "Winke für den Biogärtner", die drei Mal im Jahr erscheint, gibt es u.a. eine Nutzpflanzendatei, die in ihrer Art in Deutschland einmalig ist. Dort werden u.a. die Bodenansprüche und der Nährstoffbedarf der Pflanzen, die Sorten, positive und negative Nachbarn, Saat- und Pflegetipps beschrieben. Dazu kommen regelmäßig Hinweise zur biologischen Schädlingsbekämpfung. In einer Vielzahl von kleinen Heften und Büchern wird über die wertvollen Erfahrungen der Abtei berichtet. Winke-Hefte und Schriften zum naturgemäßen Gartenbau können Sie über die Abtei Fulda bezogen werden.

Die Daten sind nur für den privaten Gebrauch!

Ein umfassendes Buch (288 Seiten) mit dem Titel "Biologisch Gärtnern - Natürlicher Anbau - Biologisch_gaertnern_WeinrichGesunde Ernte" mit den langjährigen Erfahrungen aus dem Klostergarten ist ab Herbst 2010 im Angebot.Autorin ist Schwester Christa Weinrich, eine gelernte Gartenbauingenieurin, die seit vielen Jahren den Klostergarten der Abtei betreut und Redakteuerin der Zeitschrift Winke ist.

Benediktinerinnenabtei zur Heiligen Maria
Nonnengasse 16
36037 Fulda
Tel. (06 61) 9 02 45-31
Fax (06 61) 9 02 45-45
http://www.abtei-fulda.de

 

Mehr Infos vom BUND: hier

BUND-Ortsgruppe Lemgo:
Biologischer Pflanzenschutz und Infos zum Hochbeet

 

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