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Kreisgruppe Lippe

FahrRad AG

Aktion | BUND Kreis Lippe, DeLa-Detmolder Lastenrad, Detmold, Klimaschutz, Klimawandel, Lippe im Wandel, Verkehr

Braucht Detmold einen Radentscheid?

Wir wollen von 8-88 Jahren sicher und entspannt Radfahren in Detmold

Ideen der FahrRad AG für Kriterien für eine sichere, attraktive und zügig befahrbare Radfahrinfrastruktur in Detmold

Das Ziel ist in Detmold eine Mobilitätswende anzustoßen, die den vorhandenen Raum für Mobilität so gestaltet, dass attraktive Räume entstehen, die nicht das Auto in den Mittelpunkt stellen, sondern das Bedürfnis der Menschen mobil zu sein. Insbesondere im innerstädtischen Bereich (bei Entfernungen bis zu 7 km) ist das Fahrrad eine sinnvolle Alternative, die aber bisher aufgrund mangelnder oder unsicherer Infrastruktur für viele Menschen nicht attraktiv ist. Die Fahrradinfrastruktur soll es allen Menschen ermöglichen, sich sicher, entspannt und zügig auf dem Rad fortzubewegen.

Dadurch kann Detmold einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, denn im Verkehrsbereich wurden bisher keine CO2-Einsparungen erreicht, sondern der CO2-Ausstoß ist kontinuierlich gewachsen. Durch den ständig zunehmenden Autoverkehr steigt die Schadstoff- und Lärmbelastung in Detmold und die Attraktivität der Innenstadt sinkt.

Mittels einer durchgängig gut strukturierten Radverkehrsinfrastruktur (=Radverkehrsanlagen, RVA) für Alle werden Konflikte zwischen Fuß-, Rad- und Autoverkehr minimiert. Um dieses zu erreichen sollen die folgenden Ziele berücksichtigt werden:

 

Ziel 1: Mehr Fahrradstraßen

Die Stadt errichtet pro Jahr mindestens 3 Fahrradstraßen in Wohngebieten
ohne motorisierten Durchgangsverkehr und mit Vorfahrt für den Radverkehr. Die Fahrradstraßen können für den Anliegerverkehr frei gegeben sein und Parkmöglichkeiten ausweisen. Sie sollen bevorzugt an Wegen zu Schulen und Kindergärten ausgewiesen werden als Verbindung von Schulradwegen und Radwegen an Hauptverkehrsstraßen.

 

Ziel 2: Sichere und attraktive Radwege aus den Ortsteilen

In den nächsten 10 Jahren werden 10 Ortsteile mit sicheren direkten Radwegen an die Innenstadt angeschlossen und vernetzt mit Gewerbegebieten und Nachbarortsteilen

a) grundsätzlich mindestens 2,30 Meter breit je Richtung, an baulichen Engstellen darf eine Mindestbreite von 1,50 Metern nicht unterschritten werden.

b) farbig asphaltiert und ohne Absenkungen an Nebenstraßen und Einfahrten ( Realisiert z.B. an der Birkendamm Querung Am Postteich)

c) baulich getrennt vom ruhenden und fahrenden Kraftverkehr,

d) nicht zum Halten für Kfz nutzbar,

e) getrennt vom Fußverkehr und

f) mit Fahrradstraßen und anderen Radverkehrsanlagen vernetzt

g) Die Stadt prüft die Möglichkeiten zur Errichtung von „bevorzugten Radverkehrsrouten“ mit mindestens 3 m Breite (bzw. 4 m bei zwei Richtungen) und Vorfahrt an querenden Nebenstraßen.

h) Bei der Planung der Radrouten sollen auch die Gewerbegebiete mit berücksichtigt werden.

 

Ziel 3: Sichere Kreuzungen und Kreisverkehre

Pro Jahr werden mindestens 2 Kreuzungen oder Kreisverkehre um- oder neu gestaltet

a) Radverkehrsanlagen werden über Kreuzungen und Kreisverkehre sichtbar fortgesetzt, getrennt vom Fußgängerverkehr. (wie in der StVO bzw. der VwV zur StVO vorgegeben).

b) Absenkungen bei der Querung von Fahrbahnen werden Radfahrer- und Fußgängergerecht (ohne Absätze) ausgeführt.

c) Der geradeaus fahrende Radverkehr wird vor abbiegenden Kfz geschützt.

 

Ziel 4: Fahrradfreundliche Ampeln

Jährlich werden mindestens 2 Ampelkreuzungen optimiert, dabei sind folgende Kriterien zu beachten:

a) separate Rad-Ampeln mit Zeitvorlauf oder eigener Grünphase für Radverkehr,

b) automatische Erkennung von Fahrrädern,
keine manuelle Anforderung von Grünphasen (Bettelampeln),

c) Radfahrende können Kreuzungen ohne Zwischenstopp überqueren,

d) Radfahrenden wird das freie Rechtsabbiegen ermöglicht (grüner Radfahrer-Pfeil).

 

Ziel 5: Fahrradstellplätze

Fahrradstellplätze werden umfassend ausgebaut

a) An allen Schulen und öffentlichen Gebäuden (in der Baulast der Stadt) werden sukzessive sichere und ausreichende Stellplätze errichtet, mindestens die Hälfte wird überdacht und beleuchtet. Zur Ermittlung des Bedarfs werden die jeweiligen Einrichtungen eingebunden. (siehe auch Punkt d))

b) Jährlich werden 100 neue Fahrradbügel im öffentlichen Straßenraum installiert.

c) Die Stadt initiiert einen Arbeitskreis mit den Vertretern der örtlichen Wirtschaft zwecks Information und Werbung bei den einzelnen Betrieben für die Einrichtung von attraktiven Fahrradabstellanlagen und die Förderung einer umweltfreundlichen Mitarbeiter- und Kundenmobilität. Dies gilt auch bei Einzelhandelsgeschäften oder z.B. in Unternehmenseigenen Parkhäusern

d) Die Stadt erarbeitet Musterplanungen für nutzertaugliche, sichere Fahrradabstellanlagen, die bei eigenen Gebäuden verbindlich anzuwenden sind und die Dritten zur Anwendung empfohlen werden. (siehe c))

e) Die Stadt erlässt eine Stellplatzsatzung für Fahrräder, die im Baugenehmigungsverfahren angewendet und deren Einhaltung kontrolliert wird.

 

Ziel 6: Radwege pflegen und nutzbar halten

a) Radwege werden ganzjährig von Glas, Laub und priorisiert vor Autostraßen von Schnee und Eis befreit und konsequent von Hindernissen freigehalten, eine Beschilderung "kein Winterdienst" ist tabu.

b) Bei Bauarbeiten werden für den Radverkehr gesonderte fahrradfreundliche Vorbei- und Umleitungen eingerichtet.

c) Es werden Möglichkeiten für die Mängelmeldung eingerichtet und zwar schriftlich, per App und über eine Webseite.

d) Über den Bearbeitungsstand von gemeldeten, aber auch von der Verwaltung selbst erkannten Mängeln wird online informiert.

 

Ziel 7: Ahndung von Parken auf Radwegen

Unrechtmäßig haltender / parkender motorisierter Verkehr auf Radverkehrsanlagen wird grundsätzlich geahndet. Dies setzt unregelmäßige Kontrollen aller RVA voraus!

 

Ziel 8: Vorrangige Berücksichtigung von Fuß- und Radverkehr bei allen Straßenplanungen und Straßenneu- und Umbaumaßnahmen

Sämtliche Straßenplanungen sind hinsichtlich der Priorisierung von Fuß- und Radverkehr zu überprüfen.

Bei jeder Baumaßnahme im öffentlichen Verkehrsraum sind mögliche Verbesserungen der Radfahrsituation zu realisieren. Ausnahmen hiervon müssen begründet werden.

 

Ziel 9: Detmold wirbt für mehr Radverkehr

Die Stadt bewirbt jährlich mit einem Budget von mindestens 20.000 € die Nutzung des Fahrrades für Wege zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen sowie zum Transport von Lasten und Personen.

 

Ziel 10: Qualitativ hochwertige Umsetzung der Maßnahmen

Die Umsetzung der Maßnahmen wird qualitativ hochwertig gestaltet, indem

a) Im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitforschung alle Maßnahmen umfassend evaluiert, die Bedürfnisse des Radverkehrs systematisch erfasst und die Ergebnisse transparent veröffentlicht werden sowie

b) Radverkehrsverbände und interessierte Bürger*innen fortlaufend an Planung und Entwicklung beteiligt werden, bevor diese den Gremien zur endgültigen Entscheidung vorgelegt werden. Abweichende Meinungen werden verpflichtend an die Entscheidungsgremien kommuniziert.

 

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Termindetails

Startdatum:

05. November 2019

Enddatum:

05. November 2019

Uhrzeit:

19 Uhr

Ort:

Grünen Büro, Meierstr.17

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen

Veranstalter:

 

BUND Detmold gemeinsam mit örtlichen Aktiven und Initiativen

 

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