Filmabend: Im wilden Wald weiden - Naturschutzprojekt Senne/Teutoburger Wald I Ein Film von Robin Jähne und Tina Lück

| Detmold, Artenschutz, Lippe

Naturfilmende Tina Lück und Robin Jähne Naturfilmende Tina Lück und Robin Jähne

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Im wilden Wald weiden 

Unterwegs im Naturschutzgroßprojekt Senne und Teutoburger Wald

Ein Film von Robin Jähne und Tina Lück

Und plötzlich steht das ein massiges Rind auf dem Wanderweg. Weiter hinten sind die halbwilden Pferde unterwegs. Einfach malerisch. Eine fast parkähnliche Landschaft durch eine Beweidung - nicht nur von Wiesen, sondern weil die Großen Pflanzenfresser auch im Wald ihrer Beschäftigung nachgehen können. Das ist das Geheimnis des Naturschutzgroßprojektes Senne und Teutoburger Wald und seiner enormen Artenvielfalt. Teilweise tauchten seltene und verschollene Tiere und Pflanzen hier weder auf. Die Naturfilmer Robin Jähne und Tina Lück waren mit er Kamera unterwegs und ermöglichen es den Zuschauer*innen, auf eine faszinierende Entdeckungsreise zu gehen.

Wichtig ist, was hinten heraus kommt. Diese lapidare Feststellung trifft nicht nur auf Konferenzen oder die Politik zu. Sie ist auch ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzgroßprojektes Senne und Teutoburger Wald. Denn hier passiert etwas, was selten ist: Große Weidetiere streifen durch den Wald und schaffen so eine parkartige Landschaft. Was bei den großen Pflanzenfressern vorn hinein wandert, kommt bekanntlich hinten wieder heraus. Der Kot erfüllt im Ökosystem eine wichtige Funktion. Auf die Hinterlassenschaften der Großtiere stürzen sich unzählige Insekten und andere Organismen. 

Anderswo geht ihre Zahl zurück - im Naturschutzgroßprojekt steigt sie. Von den Insekten ernähren sich viele andere Tiere, besonders Vögel. Rote-Liste-Arten, die vor Jahren nur vereinzelt vorkamen, sind zurück gekehrt und brüten inzwischen in größerer Zahl. Dazu gehört beispielsweise der Gartenrotschwanz, Schwarzkehlchen oder Trauerschnäpper. 

„Wir haben sogar bei den Dreharbeiten einen Kurzflügler entdeckt, der für Jahrzehnte als verschollen galt“, berichtet Robin Jähne. Der Naturfilmer und sein Team waren für dieses Projekt jahrelang in dem Bereich unterwegs. „Es entstand eine ganzen Sammlung von Kurzfilmen“, berichtet Kamerafrau Tina Lück. „Im wilden Wald weiden“ ist der erste Teil der Serie betitelt, der am 13. März voraussichtlich um 19 Uhr auf Einladung des BUND in der Volkshochschule Detmold zu sehen ist. 

Natürlich werden die Filmer auch von den kleinen und großen Abenteuern berichten, die sie während der Dreharbeiten erlebten. Als sie beispielsweise den Sturm „Friederike" mit der Kamera fest hielten. „Eigentlich sollte man bei solchem Wetter den Wald nicht betreten. Für die Aufnahme machten wir eine Ausnahme - natürlich unter Wahrung aller erdenklicher Sicherheitsmaßnahmen“, berichtet Jähne. So entstand eine eindrucksvolle Zeitraffer, die zeigt, wie sich selbst dicke Bäume im Sturm biegen. 

Die Filmer wollen in ihrem Streifen nicht nur eine Bestandsaufnahme zeigen, sondern auch, wie sich die Landschaft entwickelte. So gibt es ein Kapitel über die Entstehung des Teutoburger Waldes aus dem einstigen Urmeer. Oder die Hude-Wirtschaft. Darunter versteht man die Beweidung des Waldes mit Haustieren, eine Nutzungsform die es seit der Jungsteinzeit gibt und die erst mit der Industrialisierung zum erliegen kam. Damals wurden die Tiere in den Wald getrieben, statt ihn zu roden. Manche Bäume wurden geschneitelt - also immer wieder beschnitten, damit eine ausladende Krone entstand, die ihre Eicheln oder Bucheckern weit verteilte. 

So entstanden teilweise parkartige und abwechslungsreiche Landschaften. Solche Landschaften sind zwar nicht mehr urtümlich, ähneln aber der voreiszeitlichen Urlandschaft und bieten einer Unmenge Arten einen Lebensraum. Genau das passiert im einzigartigen Naturschutzgroßprojekt Senne und Teutoburger Wald. Heute wissen wir, dass diese Landschaftsform mindestens so viel Kohlendioxyd nachhaltig in den Boden befördert, wie Moore. Und damit eine enorm wichtige Funktion im Klimaschutz einnimmt.

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Termindetails

Startdatum:

13. März 2026

Enddatum:

13. März 2026

Uhrzeit:

u.V. 19.00 Uhr

Ort:

u.V. VHS Detmold, genaue Infos zur Anmeldung folgen

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