1. Wie wollen Sie den Flächenverbrauch in Detmold reduzieren, um Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten? Wie stellen Sie sicher, dass Bauprojekte in Detmold mit Artenvielfalt vereinbar sind?
CDU SPD Bündnis 90/Grüne Die Linke FDP AFD
Wir müssen gut abwägen in welchen Bereichen wir Bebauung zulassen und wo wir dem Artenschutz Vorrang lassen. Hier müsste die Politik öfter zu Ortsterminen geladen werden, um die Lage am Ort des Geschehens zu betrachten. Schön wären natürlich begrünte Neubauten wie es sie z.B. in Berlin gibt. Dafür ist unsere Stadt vermutlich aber zu klein und die Investoren scheuen die zusätzlichen Ausgaben
Sehr wichtig ist uns als CDU die Gewässerrenaturierung, die in Detmold seit Jahren erfolgreich mit Fördermitteln vorangetrieben wird. Beispiele sind Teilbereiche der Werre und Berlebecke. Hier wurden durch den Rückbau von Beton zu naturnahen Gewässerverläufen Lebensräume geschaffen und vernetzt, was der Artenvielfalt sehr viel gebracht hat. Gleichzeitig dient dies dem Hochwasserschutz. Hier müssen wir weiter Geld investieren
Die Schaffung neuer Wohnräume muss nachhaltig erfolgen. Deshalb möchte die SPD in Detmold auf Suffizienz-Ansätze setzen und ein Wohngebiet für kompakte, effiziente Wohnformen, die mit weniger Fläche auskommen und gemeinschaftlich genutzte Räume bieten, ausweisen. Durch Dachaufstockungen und Nachverdichtungen können wir zusätzlichen Wohnraum schaffen, ohne neue Flächen zu versiegeln. Bestehende Gebäude werden optimal genutzt und angepasst. Daher wird die SPD in Detmold anregen, dass die Detmolder Verwaltung prüft, diese Flächen zu ermitteln, um mögliche Ansätze für die Umsetzung darzustellen. Generell legen wir Wert auf eine nachhaltige Wohnbaustrategie: Innenentwicklung hat Vorrang vor der Erschließung neuer Außenflächen. Geschosswohnungsbau ermöglicht es, auf begrenztem Raum mehr Wohnungen zu schaffen Flächenressourcen zu sparen. Seit Jahren folgt die SPD bei der Flächenpolitik dem Grundsatz, Verdichtung durch die Erschließung von Baulücke geht vor Flächenausweisung im Rand- und Außenbereich. Wobei klar ist, ohne die Erschließung von weiteren Baugebieten in Detmold wird der Wohnungsbedarf nicht zu decken sein. Wichtige Projekte wie „Urban Puls“, welches gezielt und gefördert in Zusammenarbeit mit der THOwl versucht Wohnflächen in der Innenstadt neu beleben, unterstützen die SPD in Detmold. Solche Projekte tragen dazu bei, den Flächenverbrauch durch Nutzung von Bestandsfläche zu reduzieren.
Die SPD in Detmold unterstützt die Schaffung von kleineren Wohneinheiten, damit haben Senioren die Möglichkeit ihren Wohnraum zu verkleinern. Dadurch können größere Wohnungen und Häuser z.B Familien bereitgestellt werden. Das reduziert Neubauten und damit auch den Flächenverbrauch.
In den B-Plänen für neue Baugebiete wird explizit die Anlage von Schottergärten ausgeschlossen, was wesentlich zu mehr Lebensräumen für Tiere und somit zur Artenvielfalt beiträgt.
Zunächst: Sicherstellen könnten wir manches erst dann, wenn wir die absolute Mehrheit im Rat hätten oder wenn andere Parteien von dieser Zielsetzung so überzeugt werden können, dass sie mit uns zusammen für diese Maßnahmen stimmen! Den Flächenverbrauch zu reduzieren, ist eines unserer wichtigsten Anliegen: Wir unterstützen keine neuen Gewerbeflächen auf der Grünen Wiese (z.B. Balbrede) , hingegen sollten Gewerbeneubauten nur noch in vorhandenen Gebieten und auf Gewerbebrachen stattfinden, ergänzend auch ein Bauen in die Höhe (Veränderung der Bauobergrenzen in B-Plänen). Auch unterstützen wir keine Neuausweisung von Flächen für den Wohnungsbau auf der Grünen Wiese. Die Aussagen des vorhandenen Wohnungsbaugutachtens kritisieren wir. Dort wird eine Aussage nach mehr neuen Flächen für Wohnbebauung getroffenen, allerdings mit einem großen Anteil für Einfamilienhäuser. Die vorhandenen, bebaubaren Wohnbauflächen genügen, den Bedarf nach Wohneinheiten zu erfüllen, würde man sich auf Geschosswohnungsbau beschränken. EFH-Neubauten sollten nur noch in vorhandenen Bereichen als Lückenschlüsse möglich sein, ansonsten funktioniert der Generationenwechsel im EFH-Bestand. Schon lange liegt unser Augenmerk bei Bauprojekten auf mehr Begrünung am Boden, auf dem Dach, an der Fassade. `- Der Flächenverbrauch und die Versiegelung neuer Flächen müssen gestoppt werden – das Ziel muss Null Flächenverbrauch sein. Dies erfordert ein Umsteuern der städtischen Bauleitplanung. Der Umbau im Bestand hat für Die Linke Vorrang, ebenso die Verdichtung bereits bebauter Flächen, unter Berücksichtigung des lokalen Freiraumbedarfs und der stadtklimatischen Anforderungen.
- Wohnungs- und Gewerbeimmobilienbau sollen demnach nur als Nachverdichtungen in bestehenden Wohn- oder Gewerbegebieten erfolgen.
- Wohnbebauung soll fast ausschließlich den Bau von Mehrfamilienhäusern in Geschossbauweise umfassen. - Ein- und Zweifamilienhäuser zu bauen soll mit hohen Auflagen, wenn möglich auch finanzieller Art, belegt werden.
- Wir wollen den Flächenverbrauch, vor allem für den motorisierten Individualverkehr (MIV), begrenzen, indem wir das Parkraumkonzept in Detmold kritisch begleiten und unterstützen. Wir setzen auf entsiegelte Parkflächen, die multifunktional genutzt werden können, z. B. am Wochenende als Spielfeld oder durch entsprechende Überbauung für Photovoltaik, die gleichzeitig eine Verschattung dieser Flächen ermöglicht.
- Die Linke setzt sich für mehr Bürgerbeteiligung bei der Erarbeitung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen – insbesondere bei größeren Vorhaben – ein. Einsprüche gegen Bebauungspläne müssen mehr Gewicht erhalten, und die Verfahren müssen stärker als bisher auf einen Ausgleich der Interessen ausgerichtet werden und weniger auf die Durchsetzung der Interessen von Investoren. Alle Baupläne müssen auf ihre Umweltverträlichkeit geprüft werden. Wir wollen Dächer und Fassaden, wo immer möglich, begrünen. Ein Gründachpotential-Kataster soll dazu beitragen, die dafür vorhandenen Möglichkeiten sichtbar zu machen und damit zusätzlichen Lebensraum für Vögel und Insekten schaffen.
- Auch die von uns seit langem schon geforderten Trinkbrunnenanlagen zumindest an allen Kinderspielplätzen und Sportstätten sollen dafür sorgen, dass Artenvielfalt erhalten bleibt, denn die zunehmend langen Trocken_x0002_perioden führen immer öfter zum Verdursten von Kleintieren und Insekten.
- Eine Förderung für den Einsatz von großen Regentonnen kann helfen, den Wasserverbrauch zu mindern. Der Einbau von Zisternen in Neubaugebieten kann sogar dazu beitragen, Überflutungen im Quartier zu vermeiden.
- Versiegelte Flächen müssen entsiegelt werden. Fließgewässer müssen ebenso renaturiert werden wie trockengelegte Feuchtgebiete.
- Das Regenwasserrückhaltebecken in Hornoldendorf lehnen wir ab und unterstützen juristische Verfahren, um diese völlig veralteten Pläne aufzuhalten.
Verantwortungsvolle Kommunalpolitik zeichnet sich dadurch aus, dass bei Entscheidungen die mit einem Flächenverbrauch verbunden sind, alle Aspekte sorgfältig betrachtet und bewertet werden müssen. Eine generelle Antwort kann daher von uns zu Ihrer Frage nicht gegeben werden, da diese projektspezifisch abhängig ist. Handelt es sich bei dem Flächenverbrauch um den Bau eines Kindergartens, Schule, Sportplatz, Grünfläche / Parkanlage, Straße, neues Wohngebiet oder um die Neuansiedlung eines Industriebetriebs?    Jedes dieser Projekte unterliegt bestehenden bundes- und länderspezifischen Gesetzen und Regelungen, die bei der Planung und Ausführung anzuwenden sind, wie z.B. das Bundesnaturschutzgesetz, das einen etwaigen Flächenausgleich regelt.
Schon jetzt leiden Kommunen, Investoren, Sozialverbände und private Bauherren unter den unzähligen Vorgaben und Vorschriften, die bei den verschiedensten Projekten einzuhalten sind und die auch oft noch in sich widersprüchlich sind. Statt weitere Regularien und Vorgaben zu erschaffen, stehen wir als Liberale für eine Deregulierung und für mehr Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen. Dies gilt speziell für den Wohnungsbau. Gerade in Zeiten, wo Wohnraum knapp und teuer ist, dürfen etwaige weitere regulierenden Maßnahmen und Vorgaben - und seien diese noch so gut gemeint- seitens der Kommune nur die Ausnahme darstellen und nicht als permanent geltende Maßnahme gesetzt sein.
Unabhängig davon setzen wir uns als FDP – Detmold schon seit längerem, ohne dass wir hierzu bisher die Unterstützung unserer politischen Mitbewerber bekommen haben - wenn möglich und finanzierbar- bei der Entwicklung und Planung bestehender und neuer Quartiersprojekte, für den Bau von Quartiersgaragen ein.  Die dadurch gewonnen Flächen können dann für andere Zwecke genutzt werden, z.B. auch für Blühwiesen. Aber auch hier gilt die Einzelfallprüfung und Entscheidung.
Als einzige Partei stehen wir glaubhaft gegen die Zerstörung unserer Natur durch die Wind- und Solarindustrie. Der Flächen-, Landschafts- und Naturverbrauch durch diese gigantomanischen Projekte ist enorm. Der sogenannte Klimaschutz ist aus unserer Sicht heute zur Hauptbedrohung des tatsächlich notwendigen Umweltschutzes geworden. Nicht nur Zugvögel, Fledermäuse und Insekten, sondern auch Bodenlebewesen werden durch diese Industrieanlagen in Wald und Flur stark beeinträchtigt. Andere Parteien möchten diesen Elefanten im Raum durch Wegschauen unsichtbar machen. Mit "Pocketparks", "begrünten Dächern und Fassaden" und ähnlichen Feigenblattprojekten soll von der starken Beeinträchtigung, die diese ineffizienten Technologien für unsere Umwelt darstellen, abgelenkt werden
2. Wie wollen Sie die naturnahe Gestaltung öffentlicher Grünflächen wie Parks, Friedhöfe und Straßenränder fördern?
CDU SPD Bündnis 90/Grüne Die Linke FDP AFD
In diesem Bereich muss in die Stadt Detmold deutlich mehr tun. Es gibt hochwertige mehrjährige Blühmischungen, die in unseren Parks, auf unseren Friedhöfen und an Weg- und Straßenrändern für deutlich mehr Artenvielfalt sorgen können. Hier können schnell Erfolge für die Artenvielfalt erzielt werden. Wichtig ist wie gesagt der Einsatz der richtigen und mehrjährigen Blühsaaten. Hier werden oft Fehler gemacht und bereits im zweiten Jahr nimmt die Vielfalt der Pflanzen ab, was der Sache nicht dienlich ist. Um die naturnahe Gestaltung öffentlicher Grünflächen wie Parks, Friedhöfe und Straßenränder zu fördern, setzt die SPD in Detmold auf eine ganzheitliche Freiraumplanung als Grundlage für nachhaltige Pflanzungen. Durch eine vorausschauende Planung wird festgelegt, welche Flächen dauerhaft nicht bebaut oder umgebaut werden, sodass wertvolle Grünräume langfristig erhalten bleiben. Die Neugestaltung von Spielplätzen sieht die SPD in Detmold als einen wichtigen Baustein, bei der gezielt auch Grünflächen und naturnahe Elemente integriert werden. So entstehen nicht nur attraktive Aufenthaltsorte für Kinder, sondern auch wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Die SPD in Detmold sieht in den Detmolder Friedhöfen großes Potenzial für mehr Biodiversität. Am Beispiel Remmighausen zeigt sich, wie durch die Anlage von Blühwiesen artenreiche und pflegeleichte Flächen entstehen, die einen wichtigen Beitrag zum Insektenschutz leisten. Darüber setzt sich die SPD in Detmold gezielt dafür ein Förderprogramme zu akquirieren, wie sie beispielsweise im Rahmen von Klimaanpassungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Diese Mittel ermöglichen es, Projekte zur ökologischen Aufwertung von Freiflächen, etwa durch die Anlage von Pocket-Parks, Streuobstwiesen, Blühstreifen oder Baumersatzpflanzungen, umzusetzen. All diese Maßnahmen sind Teil der Detmold Nachhaltigkeitsstrategie, die auch darauf abzielt, die Lebensqualität in unserer Stadt zu erhöhen, die Artenvielfalt zu fördern und das Stadtklima langfristig und nachhaltig zu verbessern Bei Grünflächen in Parks sollte es einen guten Kompromiss zwischen Naturnähe und Ästhetik geben, was aber kein Widerspruch sein muss. Nur durch unsere und eine Bürger-Initiative haben wir z.B. den Erhalt der Linden und der Eichen am Kaiser-Wilhelm-Platz erreicht. Unser Widerstand hat in der Vergangenheit auch dazu geführt, dass die alten Bäume an der Allee Richtung Alte Mühle nicht gefällt wurden und durch kleine, neue ersetzt wurden. Die städtischen naturnahen Umgestaltungsmaßnahmen an verschiedenen Abschnitten der Werre halten wir für gelungen. Allerdings wehren wir uns gegen drastische Maßnahmen im Bereich nahe der Inselwiesen. Dort plant die Verwaltung einen
aufgeständerten „Schnell-Fußweg“, damit Besucher von dem auszubauenden Parkplatz des
Freilichtmuseums an der Friedrich-Ebert-Straße zum Museum gelangen können, obwohl es eine einfache
Alternative gibt. Zum Thema Friedhöfe: Nicht mehr belegte und somit ungenutzte Freiflächen sollten
extensiv , naturnah bepflanzt werden.
- Die Stadt soll künftig in bestehenden Parkanlagen Naschgärten anlegen, naturnahe Parkanlagen, Tiny Woods oder Pocket-Parks neu schaffen oder bestehende Anlagen erweitern. - Vorhandene Frei- oder Brachflächen sollen nach Möglichkeit Nachbar_x0002_schafts- oder auch Schrebergarteninitiativen zur Bewirtschaftung nach ökologischen Kriterien zur Verfügung gestellt werden. - Wir halten die Idee von gemeinschaftlich genutzten Quartiersgärten in der Nähe von dicht bebauten Wohngebieten für eine Alternative, die nicht nur die Artenvielfalt erhält und den Menschen, die sie nutzen, ökologische Werte vermittelt, sondern auch den Zusammenhalt in der Bevölkerung fördert. Die generelle Umgestaltung von Grünflächen wie Parks und Friedhöfen ist eine Generationsaufgabe (abgesehen eventuell vom Anlegen einer Blumenwiese) und benötigt daher viel Zeit und natürlich auch entsprechende finanzielle Mittel. Hinzu kommen auch noch andere gesetzliche Regelungen, wie z.B. der Denkmalschutz, die nicht ohne Weiteres missachtet werden dürfen. Palaisgarten, Parklandschaft Friedrichstal, Garten der Stille Kupferberg, Schlossplatz und Kaiser-Wilhelm- Platz sind als Grünflächen denkmalgeschützt, Änderungen jeglicher Art können daher hier nicht so einfach vorgenommen werden.
Generell vertrauen wir aber bei diesem Thema und dem damit verbundenen Thema der Biodiversität der Expertise und dem Fachwissen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Teams „Grünflächen“ bei der Stadt Detmold und gehen davon aus, dass hier die bestmöglichen Lösungen für diese vielfältige und facettenreiche Thematik gefunden werden.
Bezüglich der Gestaltung von bestehenden Straßenrändern, so muss auch hier jeder Fall einzeln geprüft und bewertet werden. Wo möglich und sinnvoll, sprechen wir uns für private und ehrenamtliche Initiativen aus, wie z.B. die Schaffung von Patenschaften für ein Stück Grünstreifen.  
Die Verkehrssicherheit bei der Gestaltung von Grünstreifen an Straßenränder, speziell für Menschen mit Behinderung, darf dabei natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden.
Auch sprechen wir uns seit langem für Schaffung eines attraktiven Radwegnetzes jenseits der Hauptverkehrsstraßen aus, da hier die Möglichkeit besteht, neben der Stärkung der Sicherheit der Radfahrer, die Wege naturnah zu gestalten. Leider wurden auch hier unsere Anträge von allen politischen Mitbewerbern bisher abgelehnt.
Bei öffentlichen Parks beobachten wir in Detmold zunehmend die beunruhigende Tendenz zum Kahlschlag und zur Flurbereinigung. Gebüsche und lauschige Ecken werden zunehmend entfernt. Einen Grund hierfür erkennen wir in der drastisch verschlechterten Sicherheitslage, die es offenbar nötig macht, den Park vor dem Betreten "durchschaubar" zu machen. Einen anderen Grund sehen wir in den angespannten Finanzen der Stadt, da mit Hecken und Gebüschen ein gewisser Pflegeaufwand verbunden ist. Offenbar ist das nicht mehr finazierbar. Wir wollen als AfD diese Ursachen abstellen, damit wir uns in Hinblick auf die Finanzen und die Sicherheit wieder Parks leisten können, die mehr sind als bloßer Rasen mit Bäumen.
3. Wie wollen Sie mit dem innerstädtischen Baumbestand umgehen angesichts des Klimawandels (Hitzestress)?
CDU SPD Bündnis 90/Grüne Die Linke FDP AFD
Bei der Neugestaltung der Fußgängerzone in der Langen Straße sind leider keine Bepflanzungen festzustellen, die gegen Hitze schützen könnten. Bei Neuanpflanzungen im öffentlichen Bereich müssen Pflanzen- und Baumarten ausgesucht werden, die mit der Klimaveränderung zu Recht kommen. In der Forstwirtschaft wird dies seit den enormen Waldschäden durch den Borkenkäfer erfolgreich gemacht.
Man kann gelegentlich das Gefühl haben, dass Bäume im öffentlichen Raum leichtfertig gefällt
werden. Beispielsweise im Zuge der aktuellen Baumaßnahme an der Lemgoer Straße sind die alten
Bäume auf der einen Straßenseite komplett gefällt worden. Hätte es hier keine andere Lösung geben
können?
Um den innerstädtischen Baumbestand angesichts des Klimawandels und zunehmenden Hitzestresses zu erhalten und zu stärken, setzen die SPD in Detmold auf verschiedene Maßnahmen: Ein wichtiger Ansatz ist die Schaffung von sogenannten PocketParks, wie sie bereits in der vergangenen Legislaturperiode erfolgreich umgesetzt wurden. Diese kleinen, grünen Oasen im Stadtgebiet tragen dazu bei, das Mikroklima zu verbessern und bieten wertvolle Aufenthaltsräume für die Bevölkerung. Mit dem geplanten Bürgerwald gehen wir in Detmold einen aktiven Schritt in Richtung Erhalt und Ausbau des Baumbestandes in Detmold, der das Stadtklima und die Lebensqualität weiter stärkt. Im Rahmen des Projekts „Schwammstadt Detmold“ wird gezielt darauf hingearbeitet, dass Grünflächen als natürliche Wasserspeicher auch für Bäume und Büsche fungieren können und so zur Klimaanpassung beitragen. Die Anpflanzung von klimaangepassten Baumarten wäre für die SPD in Detmold ein zentrales Element, um den Herausforderungen des Klimawandels langfristig zu begegnen. Darüber ist es für die die SPD in Detmold essenziell Klimafolgenanpassungen bei anstehenden Umgestaltungen im städtischen Bereich zu berücksichtigen, um durch den Erhalt, die Pflege und die gezielte Erweiterung des Baumbestandes in Detmold auch in Zukunft eine lebenswerte und grüne Stadt zu erleben. Die Baumschutz-Satzung ist gegen unseren Willen mit Mehrheit im Rat gestrichen worden, eine Neueinführung auf unseren Antrag wurde auch von dieser Mehrheit abgelehnt. Unser Antrag, für jeden gefällten städtischen Baum mindestens drei neue zu pflanzen, hatte ein Jahr Gültigkeit, wurde nicht verlängert, weil die Verwaltung die Vorgabe nicht umsetzte, angeblich auch mit dem Grund, dass nicht genügend Flächen dafür vorhanden wären. Man verwies dabei auf ein kommendes Freiflächenentwicklungskonzept, das Standorte ausweisen könnte. Darauf warten wir seit Jahren ! Ansonsten achten wir verstärkt bei jeder Baumaßnahme auf den Erhalt von alten Bäumen und möglichst viele Baumneupflanzungen, vor allem im bebauten Siedlungsbereich. Die fünf kaum sichtbaren Bäume, die im Zuge der Umgestaltung der Fußgängerzone gepflanzt wurden, halten wir für deutlich ungenügend. Auch den sogenannten neuen Bürgerwald in der Nähe des Freilichtmuseums auf der Grünen Wiese halten wir für eine Alibi-Massnahme ! `- Aus den Niederlanden kommt die Idee, Bäume grundsätzlich auszugraben anstatt abzuholzen, wenn es um die Erschließung von Brachflächen geht, und sie wird in Wipperfürth bereits umgesetzt. Ausgegrabene Bäume können woanders für Ausgleichsflächen verwendet oder an interessierte Privatleute verschenkt werden.
- Bei der Neupflanzung von Bäumen werden heimische, tief wurzelnde Sorten bevorzugt, sofern sie den veränderten Bedingungen der Klimaerwärmung angepasst sind.
- Linke Kommunalpolitik setzt sich für die Einrichtung von Baumschutz_x0002_satzungen sowie Baumkatastern in allen Kommunen ein.
Im Prinzip gilt auch hier quasi unsere Antwort zu Frage 2. Auch hier vertrauen wir der Expertise und dem Fachwissen des „Teams Grünflächen“. Wir sehen derzeit keinen gravierenden Hitzestress für Bäume, Tiere und Menschen. Wir halten es für extrem teure Symbolpolitik, wenn beispielsweise im Schlosspark riesige Plastikzisternen versenkt werden. Auch an diesem Projekt wird wieder einmal deutlich, dass die Klimapanik dem Umweltschutzgedanken zuwider läuft: Riesige Mengen Plastik im Boden sind nicht ökologisch! In den wenigen sehr heißen Sommerwochen kann stattdessen eine Bewässerung der Bäume mit mobilen Systemen erfolgen. Mit dem Geld, was man mit dem Verzicht auf ideologiegetriebene Projekte wie im Schlosspark sparen würde, wäre das leicht finanzierbar.
4. Welche Anreize planen Sie für private und gewerbliche Grundstücksbesitzende zur Förderung der Biodiversität?
CDU SPD Bündnis 90/Grüne Die Linke FDP AFD
Wir denken dass es schwierig ist, in die Privatsphäre der Menschen mit Reglementierungen einzugreifen. Sicher ist es aber so, dass viele Menschen nicht mehr wissen wie man im eigenen Garten sinnvoll und mit einfachen Maßnahmen für Artenvielfalt sorgen kann. Eine Ausarbeitung mit Tipps rund um die biologische Vielfalt im Garten wäre sicher sinnvoll. Diese könnte einfach zugänglich gemacht werden und müsste natürlich auch öffentlichkeitswirksam verbreitet werden. In diesem Zusammenhang können auch mehrjährige Blühmischungen an die Bürgerinnen und Bürger verschenkt werden. So können diese zu Hause innerhalt einer Vegetationsphase erfreut feststellen, wie viele Tierarten ihren Garten plötzlich nutzen. Anreize für mehr Dach- und Fassadenbegrünung sowie grüne Vorgärten wären denkbar. Die Nutzung von nicht mehr nutzbaren Industrie- und Gewerbebrachen als Ausgleichsmaßnahme für den Naturschutz könnten in Erwägung gezogen werden. Um die Biodiversität auf privaten und gewerblichen Grundstücken zu fördern, setzt sich die SPD in Detmold für verschiedene Anreize und Maßnahmen ein: Die SPD in Detmold möchte, wie bereits bei dem Gewerbegebiet „Sander“, wo in Detmold 55.000 qm nachhaltige Gewerbefläche geschaffen wurden, noch weitere nachhaltige Gewerbeflächen mit viel Grün schaffen und fördern. Durch gezielte Vorgaben in Bebauungsplänen (B-Plänen) kann die Bepflanzung von Grundstücken sowie die Schaffung von Ausgleichsflächen und Gründächern verbindlich geregelt werden. So wird sichergestellt, dass neue Bauprojekte einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Darüber setze sich die SPD in Detmold dafür ein Budgetpositionen im städtischen Haushalt zu erhalten, die es ermöglichen, Bäume und Büsche kostenlos oder vergünstigt an Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen auszugeben. Damit sollen gezielt Anreize gesetzt werden, mehr heimische und klimaangepasste Pflanzen auf privaten und gewerblichen Flächen zu etablieren. Mit diesen Maßnahmen möchte die SPD in Detmold die biologische Vielfalt in der Stadt stärken und gleichzeitig das Stadtklima sowie die Lebensqualität für alle verbessern. Zu diesem konkreten Thema haben wir noch keine Vorschläge . `- Grundsätzlich unterstützt Die Linke Detmold Maßnahmen, um z. B. bestehende Schottergärten zurückzubauen sowie Verbote, neue anzulegen. Wenn eine entsprechende Landes- oder Bundesgesetzgebung weiter auf sich warten lässt, muss die Stadt mit konsequenten Satzungsbeschlüssen tätig werden.
- Ein ressourcenschonender Umgang mit dem wertvollen Rohstoff Wasser ist ein integraler Bestandteil des Artenschutzes. Auf unsere Vorschläge zur
vermehrten Regenwassernutzung durch Zisternenbau und Bezuschussung von Regenwassertonnen habe ich bereits hingewiesen. Inwiefern Brauchwasserleitungen in Neubauten durch städtische Initiativen gefördert
werden können, muss noch geprüft werden.
- Auf größeren Ackerschlägen sollen künftig feste Wild- und Insektenschutz_x0002_streifen eingerichtet werden. Bestehende Biotope müssen verbunden werden.
- Kommunales Agrarland soll ökologisch und ohne den Einsatz von synthetischen Pestiziden bewirtschaftet werden. Auch in Hausgärten, auf öffentlichen Flächen und in Naturschutzgebieten dürfen keine Pestizide mehr eingesetzt werden.
- Nicht verpachtete oder von der Kommune selbst bewirtschaftete Flächen sollen als Insekten- und Wildschutzraum umgestaltet werden. Bestehende Pachtverträge sollen in den kommenden zehn Jahren umgestellt oder gekündigt werden, wo dies möglich ist.
Aus vielen Gesprächen mit Gartenbesitzern, ob privat oder gewerblich, wissen wir, dass das Thema „Erhalt der Biodiversität“ bereits weit verbreitet ist und dass, ohne dass es irgendwelche direkte Förderungen und Unterstützungen gibt, Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität in den Gärten von vielen bereits ergriffen werden. So unterschiedlich die Gärten und Flächen gestaltet sind, so unterschiedlich sind auch die ergriffenen Maßnahmen der Grundstücksbesitzer. Durch gezielte Informationsveranstaltungen – ob durch Vereine oder städtische Institutionen organisiert, kann dieses Bewusstsein weiter gefördert und verbreitet werden, ohne dass persönliche Interessen und Vorlieben bei der individuellen Gartengestaltung eingeschränkt oder gar verboten werden. Auch hier hat für uns als Liberale, Eigeninitiative und Eigenverantwortung Vorrang vor symbolpolitischen Maßnahmen. Wir wollen den Stopp und gegebenenfalls auch den Rückbau von Windkraft- und Solarparks. Das ist derzeit die Hauptbedrohung für die Natur und die Landschaft in und um Detmold. Für andere private oder gewerbliche Grundstücksbesitzer (wir gendern nicht) setzen wir zuerst auf entlastende steuerliche Anreize zur Nachverdichtung.
5. Wie möchten Sie die Umweltbildung und das Bewusstsein für Biodiversität in Bildungseinrichtungen und der Öffentlichkeit fördern?
CDU SPD Bündnis 90/Grüne Die Linke FDP AFD
Nur wer die Natur versteht, wird sie auch schützen. Hier müssen wir bereits ab dem Kindergarten dringend tätig werden und sensibilisieren. In den Schulen müsste deutlich mehr über die Artenvielfalt und den -schutz gesprochen werden. Es geht um das Leben unserer künftigen Generationen. Viele Menschen gehen achtlos in die Natur und nehmen keine Rücksicht auf die Tierwelt. Dies müsste dringend geändert werden. Die Umweltbildungseinrichtungen wie z.B. der Rolfsche Hof leisten hier bereits seit vielen Jahren wichtige Arbeit. Dies ist absolut unterstützenswert, reicht aber bei weitem nicht aus. Auf Kreisebene legen wir großen Wert auf die Förderung des ehrenamtlichen Naturschutzes wie z. B. bei Biotopvernetzung, Nisthilfen, Pflanzungen und „Save the Kitz“. Die SPD in Detmold möchte die Umweltbildung und das Bewusstsein für Biodiversität in Bildungseinrichtungen und der Öffentlichkeit gezielt fördern. Mit der Initiative zum Detmolder Nachhaltigkeitspreis hat die SPD in Detmold dafür gesorgt, dass Schülerinnen und Schüler systematisch eingebunden werden und die Chance bekommen, sich aktiv im Sinne der Nachhaltigkeit einzubringen, ein Schwerpunkt der nächsten Preisverleihung könnten Projekte im Kontext der Biodiversität sein. Zudem unterstützt die SPD in Detmold die bereits bestehenden Institutionen wie z.B den Rolfschen Hof, der mit seinem vielfältigen Bildungsangebot Grundlagenarbeit im Bereich Natur und Nachhaltigkeit für alle Altersstufen und Bildungsschichten leistet. Durch diese Maßnahmen wird das Bewusstsein für Biodiversität gestärkt und das Thema fester in der Detmolder Stadtgesellschaft verankert. Beispiele für konkrete Umweltbildung sind die Wandelwerkstatt und vor allem der Rolfsche Hof. Beide unterstützen wir seit Beginn kontinuierlich. Von Grüner Seite machen wir durch verschiedene Veranstaltungen in der Vergangenheit auf unterschiedliche Schwerpunkte zu diesem Themenbereich aufmerksam ( z.B. Bäume/Bienen), allerdings zugegeben vor allem zu Wahlkampfzeiten. Wir würden unbedingt unterstützen, wenn dieser Themenbereich im weitesten Sinne verpflichtend in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen würden, was jedoch auf kommunaler Ebene nur ein Apell sein kann `- Linke Kommunalpolitik strebt die Umstellung der Versorgung von allen öffentlichen Kantinen, Schulen und Kindergärten auf ökologische, saisonal und regional erzeugte Nahrungsmittel an. Besonders Kinder sollen wissen und erfahren, woher ihr Essen kommt. Dazu soll ein Etat vorhanden sein, damit regelmäßig Besichtigungen und Aktionstage mit den betreffenden Landwirt:innen geplant und umgesetzt werden können.
- Detmold initiiert und unterstützt Projekte der solidarischen Landwirtschaft, wie auch Möglichkeiten der regionalen und saisonalen Direktvermarktung für Agrarbetriebe aus der Region. Der Verein Lippequalität darf nicht sterben! Notfalls müssen die Stadt Detmold, aber auch der Kreis Lippe und umliegende Kommunen mit logistischer und personeller Unterstützung in die Bresche springen.
- Der Rolfsche Hof muss ebenso wie die Wandelwerkstatt kontinuierlich weiter mit Mitteln der öffentlichen Hand gefördert werden, am besten unbefristet.
- Die Linke hat immer die Pläne für einen Nationalpark in OWL unterstützt. Nach dem inzwischen offensichtlichen Scheitern dieser Pläne schließt sich Die Linke in Detmold und in Lippe der Idee für einen „Naturpark plus“ in OWL an, um damit Umweltbildung, Artenschutzprojekte und Wildnisentwicklung zu befördern.
Generell gilt auch hier schon unsere Antwort zu Ihrer Frage 4. Jedoch ist hierbei noch zu beachten, dass die Lerninhalte der Schulen durch das Kultusministerium des Landes NRW vorgegeben werden und die Kommunen hier kein Mitspracherecht haben. Schulen und Lehrerschaft haben aber die Möglichkeit im Rahmen von AG´s und Kooperationen verschiedenste Schwerpunktthemen zu setzen und zu gestalten. Dies aber liegt in der alleinigen Verantwortung der Schulen und sollte auch nicht durch äußere Maßnahmen beeinflusst werden.
Wo wir aber Möglichkeiten sehen, niederschwellig zu unterstützen, ist auch hier die Vereinsarbeit, speziell die der Heimatvereine, die sich oft dem Thema Natur und Umweltschutz ehrenamtlich annehmen und schon für Kinder entsprechende Programme anbieten, z.B. „Unser Diestelbruch e.V“ mit seiner Waldkinder – Gruppe.
Auf die Inhalte an Schulen und Universitäten hat die Stadt Detmold keinen Einfluss. An Volkshochschulen würden wir uns entsprechenden Kursangeboten nicht entgegenstellen, wenn sie ideologiefrei und politisch neutral gestaltet werden. Alle staatlichen Stellen haben das Neutralitätsgebot zu achten. Der Staat hat nicht die Aufgabe, den freien und mündigen Bürger zu erziehen.

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