Apfelallergieprojekt des BUND Lemgo erhält Unterstützung aus Sachsen-Anhalt

21. November 2025 | Lemgo, Lippe

BUND Lemgo erhält Unterstützung für das Apfelallergie-Projekt aus Sachsen-Anhalt. Und nimmt fünf weitere Untersuchungsergebnisse zum Polyphenolgehalt in seine Sortenliste auf.

Andreas Schwieger aus Apenburg mit den getesteten Apfelsorten (Quelle: privat).

Andreas Schwieger aus Apenburg in Sachsen-Anhalt findet die Informationen vom BUND Lemgo zum Thema Apfelallergie ausgezeichnet. Er bietet Äpfel aus seiner kleinen Obstwiese auf Erntefesten zum Kauf an und informiert dabei die Kunden über verträgliche Apfelsorten für Apfelallergiker auf Basis der Unterlagen vom BUND Lemgo. Nun hat er auf eigene Kosten bei der Hochschule Geisenheim fünf seiner Apfelsorten auf den Gehalt an gesundheitsfördernden Polyphenolen untersuchen lassen. Ein hoher Gehalt bedeutet im Normalfall, dass die Sorte für Apfelallergiker problemlos verträglich ist. 

 

Die Untersuchungsergebnisse der Hochschule haben Andreas Schwieger doch freudig überrascht: "Ich wusste bisher nicht, was ich da für Schätze in meinem Obstgarten habe“. Die Polyphenolgehalte sind hoch bis sehr hoch und vielfach höher als bei etlichen Supermarktsorten. Daher hat er sich vorgenommen, auch diese Apfelsorten Apfelallergikern einmal zum Test anzubieten. Bisher hat er mit seiner Lieblingssorte, dem Himbeerapfel aus Holowaus, schon bei mehr als 30 Apfelallergikern feststellen können, dass diese problemlos vertragen wurde. Bei den jetzt untersuchten Sorten hat er dann noch einmal in alter Literatur seine Apfelsorten verglichen um sicher zu gehen, dass es sich tatsächlich um die bezeichneten Sorten handelt. Bei dem in einer Markenbaumschule gekauften Adersleber Kalvill, der vom Aderslebener Kloster aus Sachsen-Anhalt stammt, bestanden doch Unterschiede.  Daher hat er einige Äpfel der Sorte zur Bestimmung an den Pomologen Anton Klaus in Bayern eingesandt. Seine Vermutung wurde bestätigt. Von der Baumschule hat er 2004 einen Doodapfel erhalten, was ihn ärgert, weil er doch insbesondere auch regionale Sorten anbauen wollte. Beim BUND Lemgo konnte man ihn aber trösten. Der Doodapfel (dood steht für tief und bezieht sich auf die besondere Form der Kelchgrube) hat in Lippe den Namen Lippisches Tiefenblümchen und ist bereits vor 1800 im Raum Bremen entstanden. Zum Lippischen Tiefenblümchen hat der Hofgartendirektor Schumann aus Detmold 1897 in den Pomologischen Monatsheften einen Bericht veröffentlicht. Er weist darin u.a. auf die späte Blüte und damit verbundene geringe Frostanfälligkeit hin und gibt an, dass die Sorte im Fürstentum Lippe zu hunderten an einer Straße, ebenso auf vielen Bauernhöfen anzutreffen sei. Weitere Aussage zum Lippischen Tiefenblümchen/Doodapfel: „Als Dauerfrucht hat er das Verdienst, daß er sich bis in den Sommer hinein gut hält und von den Konditoren zur Verwendung von Apfelkuchen und Torten sehr gesucht wird.“  Andreas Schwieger: „Den besonderen Apfelkuchen werden wir nun natürlich auch einmal ausprobieren.“  Beim BUND Lemgo ist man froh, dass nun weitere fünf Ergebnisse zum Polyphenolgehalt in die Sortenliste aufgenommen werden konnten. Informationen und Untersuchungsergebnisse siehe hier: https://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html .

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