Vor der Deelentür: Die Geehrten Erhard Schroll und Karla Ebert mit der Urkunde und dem Willkommen-Schild in der Hand, überreicht von Stephan Culemann (li.) und Eckhard Buschmeier (Foto: Norbert Heißenberg/ BUND Lemgo).
In Zeiten des Verlusts der Biodiversität, d.h. des Aussterbens von Arten (ca. 150 Tier- und Pflanzenarten weltweit pro Tag) - und dies besonders auch bei den Schwalben - gibt es zum Glück noch Bürger und Bürgerinnen, die bereit sind, in ihrem Haus Schwalben Nistmöglichkeiten zu geben. Auf der Hofstätte von Karla Ebert und Erhard Schroll in Lemgo-Hasenbrede, einem Betrieb für biologische Landwirtschaft, freut man sich seit etlichen Jahren, wenn im Frühjahr viele Rauchschwalben in der Deele des Fachwerkhauses und in den Schafställen wieder ihre Nester beziehen und neue dazu bauen. Und die Saison 2026 war ein Rekord: über 20 Rauchschwalbenpaare haben hier bis zu drei Schwalbenbruten großgezogen; ein bis zwei Bruten gelten als normal. An den Einflugstellen ging es in einer Tour rein - raus, rein – raus, da war „richtig Verkehr“, berichtet Eckhard Buschmeier. Die letzten drei Bruten sind erst Mitte September ausgeflogen. Die Gastfreundschaft belohnen die Schwalben außer mit ihrem Gezwitscher und dem Anblick ihrer Flugkünste auch damit, dass sie viele lästige Mücken und Fliegen fangen. Für ihren Flug in den Süden (Afrika) versammeln sich die Rauchschwalben zunächst zu großen Schwärmen, wobei die Jungschwalben schon mal ihre Flugfähigkeit trainieren.
Nun haben Stephan Culemann von der BUND-Kreisgruppe Lippe sowie Eckhard Buschmeier und Norbert Heißenberg von der BUND-Ortsgruppe Lemgo den tollen und vorbildlichen Einsatz von Karla Ebert und Erhard Schroll mit einer Urkunde und einem Schild für die Hauswand mit der Aufschrift „Bei uns sind Schwalben willkommen“ ausgezeichnet. Verbunden mit der Hoffnung, dass das Beispiel aus Lemgo-Hasenbrede Schule machen möge. Wer Fragen zum Einrichten von Nistmöglichkeiten für Schwalben und Mauersegler hat, kann sich per E-Mail beim BUND Lippe melden: post(at)bund-lippe.de. Auch wegen des Insektenschwunds wird es für Schwalben immer schwieriger, eine Brut aufzuziehen. Rauchschwalben sind im Bestand zusätzlich gefährdet, weil es heutzutage kaum noch alte Fachwerkhäuser mit Deele und kaum noch offene Ställe zum Nisten für sie gibt.
Jungschwalben in ihrem Nest auf der Deele in Erwartung einer leckeren Insektenmahlzeit (Foto: Erhard Schroll).