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Kreisgruppe Lippe

Bericht vom Vortrag „Digitalisierung, Smart City und 5G-Mobilfunk – Die Folgen für Mensch, Tier und Natur“

30. Januar 2020 | 5G, Augustdorf, Bad Salzuflen, Barntrup, Blomberg, BUND Kreis Lippe, Detmold, Dörentrup, Extertal, Horn-Bad Meinberg, Kalletal, Lage, Lemgo, Leopoldshöhe, Lippe, Lippe im Wandel, Oerlinghausen, Schlangen, Verkehr

Vortrag „Digitalisierung, Smart City und 5G-Mobilfunk – Die Gefahren für Mensch, Tier und Natur“, Foto: Stephan Culemann

Großer Andrang, Betroffenheit und Standing Ovations

Kreis Lippe. Dass der Informationsbedarf bei dem Thema groß ist, hat der Vortrag gezeigt:
Über 130 Besucher verfolgten am 29. Januar 2020 über zwei Stunden aufmerksam dem Vortrag „Digitalisierung, Smart City und 5G-Mobilfunk – Die Folgen für Mensch, Tier und Natur“ im Gemeindesaal der Marktkirche, veranstaltet von der „Initiative für Aufklärung über 5G und 5G-freie Bereiche BUND Lippe“. Referentin war Dr. med. Kerstin-Mara Schröder, die die Bürgerinitiative im Sommer 2019 mit dem BUND Lippe zusammen gegründet hat. Zum Schluss erhielt die Ärztin sehr viel Beifall und sogar Standing Ovations. Dabei hatte sie angekündigt, dass der Inhalt ihres Vortrags „teilweise sehr unangenehm und besorgniserregend“ werden würde. Durch ihre sachliche und beherzte Vortragsweise nahm die Ärztin das Publikum für sich ein.

Bezüglich Big Data schilderte Kerstin-Mara Schröder die Gefahr der lückenlosen Überwachung aller Bürger, die mit 5G und Konzepten wie Smart City näher rücke. Wobei Daten von Bürgern schon heute massenhaft gesammelt, gespeichert und ausgewertet würden. Offizielle Leitlinien wie die 5G-Mobilfunk-Strategie und die Smart City Charta der Bundesregierung wurden vorgestellt und Begriffe wie „Internet of Things“ erläutert.

Entgegen der Behauptung von Politik und Industrie, dass die Digitalisierung Ressourcen schonend und nachhaltig sei, zeigte Schröder, dass der Energie- und Ressourcenverbrauch durch die Digitalisierung massiv ansteigen und den Klimawandel beschleunigen werde. Dazu führte sie aus, wie der Abbau metallischer Rohstoffe die Ökosysteme schädigt, etwa bei der Gewinnung von Lithium. Sie wies auch auf die negativen menschenrechtlichen Folgen hin, die für die heimische Bevölkerung in den ausländischen Abbaugebieten entstehen.

Ausführlich erklärte die Ärztin, wie Mobilfunkstrahlung auf den Organismus wirkt und gab Informationen über die in Deutschland geltenden, viel zu hohen Grenzwerte und einen Überblick über die Studienlage mit den bisher schon über 800 wissenschaftlichen Studien, die gesundheitsschädigende Wirkungen zeigen, von der Mobilfunkindustrie aber ignoriert werden. Ein Extra-Kapitel war die Schädlichkeit von WLAN.

Auch die Effekte von Mobilfunk auf Tiere und die Natur kamen zur Sprache, insbesondere die krankmachende Wirkung für Bienen.

Schließlich gab Schröder Empfehlungen zum Schutz vor Elektrosmog und Tipps, selbst aktiv zu werden.

Es folgte eine rege Diskussion. Kerstin-Mara Schröder lud zur Mitarbeit in der BUND-Initiative ein. Die Arbeitsgruppe hat erste Gespräche mit Politikerinnen und Politikern geführt. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt zurzeit aber in der Aufklärung der Bevölkerung mit weiteren geplanten Vorträgen, Infomaterial und Infoabenden. In Kürze wird die Initiative eine Petition zu 5G im Kreis Lippe veröffentlichen (www.openpetition.de).

Zum Schluss sprach sich die Ärztin für das Leben aus, dem Technik und Wirtschaft sich unterordnen müssten. Dafür gab es großen Applaus und Standing Ovations – ein trotz des thematischen Ernstes – Mut machender Vortrag.

Beim Info-Abend am jeweils 4. Montag des Monats sind neue InteressentInnen willkommen, nächster Termin: Montag, 24.02. um 19.00 Uhr in der Wandelwerkstatt, Friedrichstraße 15.

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