Pomologe Anton Klaus beim Geschmackstest zur Bestimmung einer Apfelsorte (Foto: BUND Lemgo).
... anhand von Fotos ist dies leider nicht möglich. Bei nach wie vor etwa 2.000 bis 3.000 Apfel- und Birnensorten in Deutschland ist dies nicht gerade einfach. Problematisch sind dabei besonders Lokalsorten. Um hier zu helfen, hat man vor einigen Jahren den Pomologen Anton Klaus aus Bayern um Unterstützung gebeten. Er hat selbst einen Garten mit über 600 Apfel- und Birnensorten. Nach seiner Einschätzung braucht man mindestens 20 Jahre Erfahrung, ein fotografisches Gedächtnis und die Fähigkeit Geschmacksunterschiede festzustellen. Merkmale zur Bestimmung sind u.a. die Farbe, Form, Blüte- und Kelchgrube, der Stiel, das Kerngehäuse, die Kerne und der Geschmack. Wenn´s schwierig wird, hilft manchmal auch die alte Literatur über Obstsorten. Wichtig ist dabei aus Sicht von Anton Klaus auch, dass man die Sorten regelmäßig zu Gesicht bekommt. Bei der Vielzahl der Sorten dürfte klar, dass die Bestimmung aller vorkommenden Sorten unmöglich ist. Seine Quote zur Bestimmung lag in den letzten Jahren zwischen 80 % bis 90 %.
Um Bürgern zu helfen, hat der BUND Lemgo mit dem Pomologen vereinbart, dass man Äpfel und Birnen an ihn senden kann. Benötigt werden dabei reife, und zwar 3 bis 5 sonnengereifte, einwandfreie Früchte. Angaben zum Alter der Bäume sind auch hilfreich. Seit dem Start des Projekts mit dem BUND Lemgo erhält er pro Jahr 100 bis 150 Pakete, teilweise mit 5 bis 10 verschiedenen Sorten. Anton Klaus hegt dabei auch die Hoffnung, auf diesem Wege verschollene Sorten wieder zu finden. Kann die Sorte bestimmt werden, gibt es in der Obstsortendatenbank des BUND Lemgo zu vielen Sorten Angaben über die Herkunft der Sorte und was besonders wichtig ist, Angaben zur Pflück- und Genussreife. Der richtige Pflückzeitpunkt hat Einfluss auf die Lagerfähigkeit. Die Genussreife informiert, ab wann man die Früchte essen sollte. So schmeckt z.B. ein Weißer Winterglockenapfel erst besonders gut, wenn man ihn ab Ende November bzw. Anfang Dezember isst. Manche der alten Sorten haben zum Teil eine sehr lange natürliche Lagerfähigkeit. Sorten wie der Ontario, Roter Eiserapfel oder die Champagnerrenette kann man im kühlen Keller bis Mai problemlos lagern.
Den Anforderungsbogen zur Bestimmung der Sorten mit den Angaben zu den Kosten findet man auf der Internetseite https://www.bund-lemgo.de/unbekannte-obstsorten.html .