BUND Kreisgruppe Lippe

BUND Lippe am 21. Januar 2023 auf Demo Wir haben es satt in Berlin

22. Januar 2023 | Amphibienschutz, Artenschutz, BUND Kreis Lippe, Bad Salzuflen, Bäume, Blomberg, Detmold, Extertal, Fairer Handel, Horn-Bad Meinberg, Kalletal, Klimaschutz, Lage, Landwirtschaft, Lemgo, Lippe, Lippe Südost

Der BUND Lippe hat die 11. bundesweite Demo „Wir haben es satt!“ aktiv unterstützt. Erstmals seit der Pandemie ist die Kreisgruppe Lippe wieder nach Berlin gereist, um für eine faire und ökologische Agrar- und Ernährungswende zu kämpfen. Mit 40 BUND-Mitgliedern und -Freunden ging es frühmorgens per Bus los. 

Schon in der Auftakt-Kundgebung am Brandenburger Tor machten BUND-Mitglieder und Tausende Mit-Demonstrant*innen ihrer Empörung über dieAgrarpolitik Luft. „Wir haben es satt!“ ertönte es aus der Menschenmenge: in Bezug auf Krisenprofite, die Agrarindustrie, das Höfe-Sterben, Glyphosat, das Übermaß an Pestiziden, Neue Gentechnik, Tierfabriken, das Artensterben, die Ausbeutung der Natur. Humorvoll-kritisch kam der Trecker-Konvoi daher, über 50 Traktoren, die mit Transparenten behangen durch die Gasse in der Menge fuhren: zum speziellen Protest der Bäuerinnen und Bauern. Hier saßen viele Frauen am Steuer mit Kindern als Beisitzer. 

Auf der Bühne gab es Reden etwa von Lisa Reichmann (Campact) über „dieRolle der Zivilgesellschaft in der sozial-ökologischen Transformation“ und Reinhild Benning (DUH) zur Forderung „Schluss mit Profiten für Fleischkonzerne“. Sefu Sani, Politikerin aus Kenia und Mitglied des „The World March of Women“, brachte die globale und feministische Perspektive ein und erläuterte das Recht auf Nahrung als Menschenrecht. Nach ihren klaren Worten stimmte sie einen Gesang mit dem Demo-Publikum an. 

Woraufhin rund 10.000 Demonstrant*innen los marschierten: auf eine Runde durch das Regierungsviertel. Leute jeden Alters gingen mit; viele gesellschaftliche Gruppen waren vertreten. Mitglieder von Tierschutzvereinenhatten sich als Schweine oder Kühe kostümiert, die gegen das Schlachten protestierten und appellierten „Keep calm! (…) Love us“. 

Sprechgesänge ertönten, angefeuert durch Sprecher*innen und Percussion-Gruppen am Straßenrand. Es demonstrierten auch viele Imker*innen, teils in Imker-Kluft. Zur Repräsentanz des Weserberglands schwenkten zwei Mitarbeiter der Imkerei Hensel aus Brakel die Fahnen. Das Aussterben von Bienen und Insekten bildete einen Schwerpunkt der Kritik.

Im BUND-Block trafen sich BUND-Mitglieder aller Landesverbände. Schon von Weitem war der BUND-Ballon mit dem Titel „Insekten schützen“ zu sehen. 

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir erntete Tadel für seine Politik: „Gnuaggschwätzt“, hieß es, wann endlich Taten folgen würden. 

Im Demo-Zug kam man ins Gespräch: Lipper mit Dresdnerinnen, Imkerinnen mit Naturschützern, Vieh-Bäuerinnen aus Forchheim mit Handwerksbäckern aus Berlin und viele Mitglieder von BUND-Gruppen. Selbst gebastelte Schilder transportierten Sprüche wie „Bauer sucht Biene“ oder „Wir vermissen Euch“ neben Bildern von Schmetterlingen, Raupen und Fröschen. 

Im Anschluss an die Demo gab es „Suppe für alle“ im Rahmen von „Soup & Tal– Unsere Grüne Woche“ im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung. Im Forum wurden agrarpolitische Initiativen aus der ganzen Welt vorgestellt und ihre Beiträge zum sozial-ökologischen Wandel. So stellte Lösungen für den Mangel an Nachwuchs in der Landwirtschaft Tyler Short von „La Via Campesina“ aus Kentucky/ USA vor. Und Chengeto Muzira Simbabwes erste Schule für agrarökologische Landwirtschaft. 

Hier gibt es Rückblicke:

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