BUND Kreisgruppe Lippe

Demo und Kundgebung "Mobilitätswende Jetzt" am 28. August in Detmold

29. August 2021 | Augustdorf, B239n, Bad Salzuflen, Barntrup, Blomberg, BUND Kreis Lippe, Detmold, Detmolder Projekt, Dörentrup, Extertal, Horn-Bad Meinberg, Kalletal, Klimaschutz, Lage, Lemgo, Leopoldshöhe, Lippe, Lügde, Oerlinghausen, Schlangen

Rad-Demo in Detmold: große Resonanz in der Bevölkerung, gute Stimmung auf der Rad-Demo, viel Elan unter den Veranstalter*innen und Teilnehmer*innen.

Mehrere Hundert Teilnehmer | innen kamen zur Kundgebung und Demo in Detmold. Es herrschte Aufbruchstimmung angesichts der Klimakrise. Die Redner stellten Enttäuschung über unzureichende politische Maßnahmen heraus, aber auch Entschlossenheit, aus der Zivilgesellschaft heraus die Politik zum Handeln zu bewegen. Birgit Reher vom BUND machte deutlich, wie sehr es für das Ziel einer Halbierung der Treibhausgase bis 2030 auf den Verkehrssektor ankommt. Nach den Vorträgen von Lippe for Future, der Initiative "Radentscheid Detmold", „Klimaappell-Bauernverbaende.de“ und anderen fuhren die Teilnehmer auf einer für die Demo gesperrten Route zweimal um die Detmolder Innenstadt, begleitet von Gesang, Megaphon-Reden, Klingeln und Trillerpfeifen.

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Bericht vom Samstag, 28.8.2021 von der Rad-Demo in Detmold:

An der Rad-Demo für die Mobilitätswende in Detmold und Lippe nahmen am Samstag mehrere Hundert Fahrradfahrer*innen teil. Es herrschte Aufbruchstimmung angesichts der Situation: Die Klimakrise ist da. Die nächsten drei bis fünf Jahre werden entscheidend sein – zur Erreichung des Ziels laut Pariser Klimaabkommen, die Erderwärmung bis 2030 auf 1,5° zu begrenzen. Wofür insbesondere eine Mobilitätswende notwendig ist, worauf die Redner in der Kundgebung näher eingingen.

Darin wurde Enttäuschung über unzureichende politische Maßnahmen spürbar, aber auch Entschlossenheit, aus der Zivilgesellschaft heraus die Politik zum Handeln zu bewegen. Wie kann eine umweltschonende Mobilität der Zukunft aussehen? Birgit Reher stellte dem Publikum den Antrag von Lippe For Future und dem Radentscheid Detmold an die Städte und Gemeinden, den Kreis Lippe und die Bezirksregierung Detmold vor, der auf dieser Rad-Demo der Regierungspräsidentin Judith Pirscher überreicht werden sollte, die leider persönlich nicht erscheinen konnte.

„Die Zukunft hängt am seidenen Faden – Limit: 1,5°“ steht auf dem Banner an der Bühne, daneben hängt das Plakat des „Klimaappell-Bauernverbaende.de“ – mit zwei drastischen Fotos von den Folgen der Klimakrise 2021: der tote Fichtenwald in Lemgo, der Erdrutsch in Erftstadt durch die Hochwasser-Kastrastrophe. Es geht um „unsere“ Zukunft, die der Menschen und der Ökosysteme, des Planeten.

Von der Bühne aus begrüßen Mitglieder von Lippe for Future und dem Radentscheid Detmold die Leute auf Fahrrädern, eingetroffen aus Detmold und Umgebung, zum Beispiel Blomberg, Lage und Lemgo. Einer, Hans Wessel, ist sogar aus Espelkamp hergeradelt und hat die über 60 Kilometer mit einem Sack „Klimabändern“ zurückgelegt. Damit hat er seine Etappe auf der Radtour nach Berlin im Rahmen des Projekts „Klimabänder – Gemeinsam für unsere Erde“ von Omas For Future abgeleistet. Die Klimabänder (nun mit weiteren aus Detmold) wird am Dienstag, 31.8. Johann Dralle auf der nächsten Etappe Richtung Hameln fahren.

Nach dem Auftakt der Gruppe „Quetsch-Fiedel-Tröt“ richten Birgit Reher und Ben Dally Grußworte an die Demo-Teilnehmer*innen, dann fahren ein paar Hundert Demo-Fahrradfahrer*innen, auch Lastenräder und Räder mit Kinder-Anhängern aus der Exterstraße um die Kernstadt von Detmold, die dafür von der Polizei gesperrt wurde. Unterwegs kommen noch mehr Radfahrer*innen hinzu. Zwischen den beiden Runden, bietet sich auf der langen Geraden der Leopoldstraße (bis Ecke Hornsche Straße) ein ungewöhnlicher Anblick: die Leopoldstraße wird in ihrer ganzen Breite von Radler*innen dicht befahren, das brummt, hat etwas von Love Parade – mit Gesang, Megaphon-Reden, Klingeln und Trillerpfeifen. In einigen Lastenrädern sitzen Vor-Sänger*innen und animieren zum Mitsingen, besonders mitreißend Kerstin Subramaniam als „Lauti“.

Die Kundgebung auf der Bühne in der Exterstraße moderieren Marlon Gerstenberg und Marius Lüdemann von FFF Detmold und Naomi Brendler von FFF Lemgo. Der zwölfjährige Redner Moritz erzählte „von seiner Stinkwut auf die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto vor der Schule absetzen“ und wie er dafür sorgte, dass seine Schule, das Gymnasium Leopoldinum, ein halbes Jahr später als erste fahrradfreundliche Schule in Lippe ausgezeichnet wurde.

Birgit Reher stellte den gemeinsamen Antrag von Lippe for Future und dem Radentscheid Detmold vor, gerichtet an die Städte und Gemeinden im Kreis Lippe, den Kreis Lippe und die Bezirksregierung Detmold. Der Antrag hätte Regierungspräsidentin Judith Pirscher überreicht werden sollen, doch hatte diese aus Zeitgründen nicht kommen können, so Reher.
Sie machte deutlich, wie sehr es für das Ziel einer Halbierung der Treibhausgase bis 2030 auf den Verkehrssektor ankommt.

In seinem Antrag fordert das Aktionsbündnis „ein sofortiges Umdenken auf allen Ebenen der Mobilität“; den Vorrang des motorisierten Individualverkehrs abzuändern und umgekehrt den Radverkehr, Fußgänger, ÖPNV und Carsharing zu fördern. Mobilität darf nicht mehr mit Automobilität gleichgesetzt werden. Zur Erreichung des Ziels wird die Einrichtung einer planerischen TaskForce gefordert. Bis Jahresende soll jeweils ein Zeitplan in den Räten vorgelegt werden, aus denen die Maßnahmenstrukturierung in den kommenden fünf Jahren hervorgeht.

Die vierköpfige Band „Quetsch-Fiedel-Tröt“ mit Saxophon, Akkordeon, Gitarre und Geige trug Lieder mit Wendland-Anklang vor, Verse, die die aktuelle Situation widerspiegeln: „Wo kommt Luft zum Atmen her/ immer stärk´re Stürme toben/ Große Hitze, trock´ner Boden/ Die Extreme werden mehr“.

Zur Abrundung der Veranstaltung gab es den Info-Stand vom BUND Detmold und Lippe, den Stand mit dem Aushang von Klimabändern des Projekts „Klimabänder – Gemeinsam für unsere Erde“ (Omas For Future). Für das leibliche Wohl sorgte die Wandelwerkstatt mit vegetarischen Speisen unter Mitarbeit von Angelika Fuchs, Gründerin der 2019 gegründeten Nachbarschaftsplattform www.mamaMA­NNA.de.

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