Von 1.500 Arten weltweit leben in Deutschland 25: Fledermäuse, die uns Menschen gar nicht so unähnlich sind, wie Bernd Meier (Mitte, mit Fledermaus in der Hand) erläuterte. (Foto: Florian Winter).
Nun hätten sie Gelegenheit „hier mal einen blutrünstigen Vampir leibhaftig kennenzulernen“, scherzte Bernd Meier im Gespräch mit den 14 Besuchern und Besucherinnen der Fledermaus-Nacht am Freitag, 17. April in Lage-Hörste. Den Star des Abends hielt er in seiner Hand, allerdings durch einen Leder-Handschuh gegen Beißen geschützt. Um was für eine Art es sich hier handelte, ließ der BUND-Fachmann die Gruppe erraten… richtig: eine Breitflügel-Fledermaus.
Allerlei Fragen stellten die Kinder und Erwachsenen ihrerseits, etwa wie alt Fledermäuse werden oder was sie für Zähne haben. Und Meier, der seit 30 Jahren im Fledermaus-Schutz aktiv ist, konnte auf Wunsch zu jedem Stichwort eine Geschichte aus dem Ärmel schütteln. Zwischendurch entstand eine „Forscher-Werkstatt“. Da wurde gemeinsam die Breite des Flügels des Tiers gemessen, wurde es gewogen, zart berührt und mit Mehlwürmern gefüttert. Das Publikum lernte, wo und wie Fledermäuse Quartier beziehen und in Wochenstuben leben. Bestaunt wurde das Foto eines Fledermaus-Säuglings beim Trinken an der Brust des Muttertiers.
Im Kurpark entdeckte die Gruppe mehrere Fledermaus-Arten mit dem Detektor. Am See schlugen die Geräte am stärksten aus. Und im Schein einer Taschenlampe sah man Fledermäuse dicht über dem Wasser nach Insekten jagen. Der Moment, in dem sie die Beute schnappen, war per Detektor hörbar als „feeding bass“. Hier ließ sich die Faszination Wildnis spüren. Meier lud zum Mitmachen beim Citizen-Science-Projekt ein, wo jede:r zum Schutz von Fledermäusen beitragen kann, indem er oder sie mittels Detektor Fledermaus-Quartiere ortet und meldet. Die Fledermaus-Nacht wurde vom BUND Lage in Kooperation mit der VHS Lippe-West veranstaltet.