Die Fledermaus-Forscher-Werkstatt: Austausch über die Zwergfledermaus auf der Hand Bernd Meiers; auf dem Tisch ein Fledermausdetektor und ein Becher mit Mehlwürmern (Fotos: Florian Winter).
Die Fledermausnacht mit dem BUND-Experten Bernd Meier, die am 20. August speziell für Familien mit Kindern stattfand, war bei der VHS Lippe-West schnell ausgebucht. An die 40 Personen, darunter 16 Kinder, begrüßte Petra Kuhfus vom Vorstand der BUND-Ortsgruppe Lage im Haus des Gastes in Lage-Hörste. Im Gespräch mit den Kindern sorgte Bernd Meier für eine Mischung aus Spannung und Staunen einerseits und Ausgelassenheit und Spaß andererseits. Zur Einführung gibt´s einen Film über die Lebensweise von Fledermäusen. In der Fledermaus-Forscherwerkstatt, die am Tisch vorne aufgebaut ist, dürfen und sollen die Kinder Bernd Meier alle möglichen Fragen zu Fledermäusen stellen. Er hat zwei lebende Exemplare der Zwergfledermaus aus seiner Pflegestation in Bielefeld dabei. Die Kinder dürfen erspüren, wie sich die aufgespannte Flughaut des Tieres anfühlt. Und natürlich ist es ein Erlebnis, die junge Zwergfledermaus einmal selbst in der Hand zu halten und ihren Herzschlag zu spüren, der zehn Mal schneller als der des Menschen ist, nämlich 600 bis 800 Mal pro Minute. Und wie leicht so eine Fledermaus ist, keine 4 Gramm bringt sie auf die Waage, gerade mal ein Viertel einer Portion Mayonnaise auf Pommes. Dabei frisst sie aus der Hand Bernd Meiers einen Mehlwurm nach dem anderen. Das ist so eine Menge, wie wenn er - Bernd Meier selbst - neun Kilogramm Würstchen essen würde. Dabei gibt der BUND-Experte dezent Hinweise zum Natur- und Artenschutz. Wenn Menschen so Energie sparen würden wie Fledermäuse, würden wir das Wort „Klimakatastrophe“ nicht einmal kennen. Und ermahnt zum Gebrauch von Recycling-Klo-Papier mit dem Umweltsiegel und Recycling-Schreibpapier, um Bäume zu schonen, deren Höhlen Fledermäuse als Quartier nutzen. Die Erwachsenen bittet er, ihm Fledermausquartiere an Gebäuden zu melden; diese Erfassung dient dem Schutz der Tiere. Auf der Exkursion im Kurpark entdekct die Gruppe - die Kinder mit Fledermausdetektoren ausgerüstet - wildlebende Fledermäuse. Am See sind bis zu drei gleichzeitig per Detektor zu hören, Wasserfledermaus und Zwergfledermaus, die über dem Wasser Insekten jagen. Beeindruckt verabschieden sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen; manche gehen schon mit ihrem eigenen, am BUND-Tisch erworbenen Detektor nach Hause. Es gibt eine Reihe neuer Fledermaus-Freunde und -Freundinnen. Bernd Meier hat seine Sache mal wieder ziemlich gut gemacht.
Von den 19 in NRW vorkommenden Fledermausarten stehen bis auf die Zwergfledermaus alle auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Die Tiere finden immer weniger Insektennahrung und weniger Quartiere. Alte, höhlenreiche Bäume werden seltener und Dachböden und Häuser zunehmend abgedichtet. Bernd Meier betreut in Bielefeld eine der Fledermauspflegestationen des BUND NRW. Er wirkt im Fledermausschutz des BUND NRW mit. Der BUND betreibt mit Förderung der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) ein Bürger*innen-Wissenschaftsprojekt zur Erfassung von Fledermausquartieren an Gebäuden.
Anfangs ging´s gedanklich nach Transsylvanien, wo der Sage nach Vampire leben. Sind Fledermäuse vielleicht Vampire? Stehend Petra Kuhfus und Bernd Meier. Links der BUND-Tisch mit Info-Material.