Noch gibt es sie: Igel in unseren Gärten

22. September 2026 | Lage, Lippe, Artenschutz

Angela Petermann von der Igelhilfe Herford-OWL e.V. referierte auf Einladung des BUND Lage über das Glück, Igel im Garten zu haben und wie wir diese bedrohte Wildtierart vor dem Aussterben schützen können.

"Wir kämpfen um jede Seele", sagte Angela Petermann (re.) von der Igelhilfe Herford-OWL e.V. Eine Einstellung, mit der der BUND Lage konform ist. Petra Kuhfus überreicht der Referentin zum Dank ein Präsent (Foto: Florian Winter).

In 20 Jahren werde der Igel ausgestorben sein, wenn wir nichts ändern, erklärte Angela Petermann von der Igelhilfe Herford-OWL e.V. Gut besucht war ihr Vortrag „Igel in unseren Gärten“ am Freitag, 18. September im Technikum in Lage, veranstaltet vom BUND Lage in Kooperation mit der VHS Lippe-West. 

Sachlich und beherzt informierte die Fachfrau, was jeder von uns tun kann, um das Aussterben des Igels aufzuhalten. Der Igel, der seit 65 Millionen auf der Erde lebt und Winterschlaf hält, ist ein reiner Insektenfresser. Allerdings mangelt es Igeln wegen des Insektenschwunds ständig an Nahrung. Um guten Lebensraum für Igel zu schaffen, müssten wir „alles tun, um die Zahl der Insekten zu erhöhen“, so Petermann. Vor allem durch den Anbau heimischer Pflanzen, wodurch heimische Insekten angesiedelt werden. Zudem müssten Gärten für Igel passierbar sein. Für Igel aufwerten lasse sich ein Garten zum Beispiel durch Totholz-Haufen oder Käfer-Keller. Diverse Gefährdungen wurden erklärt und Lösungswege aufgezeigt. Um die jährlich rund 500.000 Tötungen von Igeln im Straßenverkehr zu reduzieren, müssten wir nachts achtsam(er) fahren. Unter den Gartengeräten seien Freischneider eine große Gefahr, meist eingesetzt, wo Igel ihren Tagschlaf halten, in Hecken, Büschen, Rabatten. Ein Mähroboter dürfe „auf keinen Fall in der Nacht laufen“, sondern, wenn überhaupt, möglichst zwischen 10 und 15 Uhr, so Petermann. 

Sie erklärte, woran hilfebedürftige Igel zu erkennen sind und wie mit ihnen umzugehen ist: in einem Karton sichern und Kontakt zur Igelhilfe aufnehmen. Wegen des Nahrungsmangels rät die Igelhilfe Herford-OWL e.V. zur Zufütterung von Igeln in einem Igel-Futterhaus. Wer geschwächte Igel selbst aufpäppeln will, solle sich von der Igelhilfe Herford-OWL e.V. dabei anleiten lassen. 

Der BUND Lage unterstützt die kommunale Initiative zur Einführung eines Nachtfahrverbots für Mähroboter. Der BUND Lippe hat dazu kürzlich einen Antrag beim Kreis Lippe gestellt. Seit Jahren ist der BUND Lage im Igelschutz aktiv und bietet Veranstaltungen dazu an. In der Igel-Aktion am 31. Oktober können Kinder und ihre Eltern Igel-Futterhäuser bauen. 

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