Radtour mit Margarete Wißmann an Lagenser Baggerseen

23. August 2026 | Lage, Lippe, Wasser, Gewässerschutz, WRRL

Auf einer 20 Kilometer langen, von Margarete Wißmann geführten, Radtour erkundeten am 15. August rund 20 Mitglieder sowie Freunde und Freundinnen der BUND-Ortsgruppe Lage einige der Lagenser Baggerseen.

Eisvogel an der Werre: Margarete Wißmann (Mitte, bzw. 7. von rechts) erläutert Vorkommen von Flora und Fauna an der Werre, u.a. des Eisvogels in einer Steilwand am Werreufer in der Nähe des Windrosensees (Fotos: Florian Winter).

Ab Marktplatz ging es am 15. August per Drahtesel los, vorneweg Margarete Wißmann, bis 2024 Leiterin des Fachteams Umweltplanung der Stadt Lage, an diesem Samstag Führerin der BUND-Radtour an Lagenser Baggerseen. 20 Kilometer legte die Gruppe zurück, meist an der Werre entlang. Und führte an sieben Baggerseen, genauer gesagt Auskiesungsseen, von denen zwei aktuell zur Gewinnung von Sand und Kies ausgebeutet werden. Die erste Station war der Blaume-See, kurz nach dem Ortsausgang Richtung Pottenhausen. Für ihn waren in den 70er und 80er Jahren als Folgenutzung, d.h. für die Zeit nach der Auskiesung, sogar ein Hotelkomplex und Freizeitpark im Gespräch gewesen, doch wurde er schließlich renaturiert.

Das nächste Gewässer, der Windrosensee, ist in den 90er Jahren durch den Bau des Klärwerks um ein Drittel verkleinert worden, so Wißmann. Kammmuscheln hätten sich hier trotz intensiver Bemühungen des Angelvereins leider nicht ansiedeln lassen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind gut gelaunt und tragen hier und da Erinnerungen an eigene (Jugend-)Erlebnisse an Lages Baggerseen bei. Der Anwohner Norbert Schulze ergänzt, dass das Gewässer um 1970 vom Herkules Betonwerk 14 Meter tief ausgebaggert wurde und heute Karpfen, Schlei, Aal, Rotauge und bis zu 1,20 lange Hechte darin leben. Der 13 Hektar große Werresieksee, von der Firma Schlegel ausgekiest, hatte in den 80er und 90er Jahren viele Badegäste aus der ganzen Region angezogen. Hier war gegrillt und übernachtet worden und war es zu Ausschreitungen gekommen - eine Hundertschaft rückte an und der See wurde zwei Mal fünf Jahre gesperrt. Der vierte See ist nicht zu sehen, sondern privat abgeschottet. Nach einem Blick auf den See beim RSV Waddenhausen an der Soorenheider Straße, den ein Angelverein nutzt, fuhr die Gruppe auf das Gelände des Kieswerks Siekkrug der Firma Schlegel. Der See „Siekkrug I“ wird aktuell mit dem Saugbagger ausgekiest. Für die Folgenutzung sind Natur- und Artenschutz vorgesehen. Der siebte See wird erst seit Kurzem auf einem Acker am nordwestlichen Ende von Waddenhausen an der Grenze zu Sylbach ausgebaggert, mit dem großoen Schaufelrad relativ flach. Nun machte die Gruppe noch einen Abstecher an die Bega, wo es bis in die 90er Jahre Trocken-Auskiesungen gab, die heute Erd-Deponien sind. Eine solche Fläche gegenüber dem Hölsen-Kompostwerk ist heute teilverfüllt und dient dem Natur- und Artenschutz. Eine zweite voll-verfüllte wiederum wird landwirtschaftlich genutzt. Im Gelände zwischen Hölsen und Lückhausen ging es um das Drüsen-Springkraut als invasive Art, das immerhin Herbstnahrung für Bienen und Insekten sei. Letzte Station: zwei Deponieflächen in der Nähe von Lückhausen, eine mit Aushub-Boden aufgefüllte, landwirtschaftlich genutzte und eine teil-aufgefüllte, auf der sich die Kanadische Goldrute massiv ausgebreitet hat. Nach so viel Heimatkunde im besten Sinne führte die Tour über Hardissen zurück und endete am Repair-Café Alte Schmiede, wo die BUND-Mitglieder Margarete Wißmann herzlich dankten und als Präsent einen Gemäldeband über den lippischen Landschaftsmaler Bruno Wittenstein überreichten.

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