Der Igel – ein Nachbar, der Hilfe braucht
Igel zählen evolutionsgeschichtlich zu den ältesten Säugetieren. Fossile Funde stammen aus der Zeit kurz nach dem Aussterben der Dinosaurier. Sein heutiges Aussehen hat der Igel seit 15 Millionen Jahren: Solange setzt er sich schon äußerst erfolgreich mit seinem Stachelfell gegen Feinde zur Wehr. Doch mittlerweile gehören Igel zu den Sorgenkindern von Naturschützer*innen.
Seit den 1990er Jahren ist die Zahl der Verkehrs-opfer unter den Igeln stark zurückgegangen. Dies klingt zunächst positiv, bedeutet aber schlicht, dass es wesentlich weniger Igel gibt.
Seit 2024 steht der westeuropäische Igel auf der internationalen Roten Liste als "potenziell gefährdet".
Der Rückgang der Insekten bedroht die Nahrungsgrundlage der Igel (Lieblingsspeise: Käfer, Larven, Raupen, Ohrwürmer).
Ihre Speisekarte wird immer kleiner und sie müssen vermehrt auf Regenwürmer und Schnecken ausweichen, die Parasiten übertragen. Je mehr Regenwürmer oder Schnecken ein Igel frisst, desto größer ist die Gefahr, dass er daran erkrankt und ein Fall für die Igelstation wird.
Igelschutzprojekt mit der Albert-Schweitzer-Schule in Lage
Igelaktionstag begeistert die Klasse 4a der Albert-Schweitzer-Schule Lage
Am Igelaktionstag, organisiert von der BUND-Ortsgruppe Lage in Kooperation mit der Stadt Lage und der Igelhilfe Herford-OWL e.V., erlebte die Klasse 4a der Förderschule einen besonderen Unterrichtstag rund um den Schutz der stacheligen Gartenbewohner.
Zu Beginn erzählte die Igelhilfe anschaulich vom Jahreslauf eines Igels – vom Erwachen im Frühjahr über die Nahrungssuche im Sommer bis hin zum Winterschlaf. Dabei war ein wichtiges Thema, was die Gefahren sind, denen Igel heute ausgesetzt sind. Die Igelhilfe erklärte, wie stark die Tiere unter dem Einsatz von Pestiziden, unter Rasenmährobotern, dem Straßenverkehr, aber auch unter versiegelten Flächen und Steingärten leiden. Viele Igel verlieren dadurch Lebensräume und Nahrung. Die Kinder erfuhren, wie wichtig naturnahe Gärten und ein aufmerksamer Umgang mit Technik im Garten für den Igelschutz sind.
Im Anschluss bauten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Igel-Futterhäuser, die später auf dem Schulgelände aufgestellt werden sollen. So leisten die Kinder selbst einen Beitrag zum Schutz der heimischen Igelpopulation.