Wahlscheine zur Kommunalwahl 2025 in Lage

Frage 4: CO2-Neutralität

Im Jahr 2035 will Lage CO2-neutral sein. Welche Strategie verfolgen Sie, um die CO2-Emissionen auf kommunaler Ebene zu senken und welche Meilensteine sehen Sie auf diesem Weg?

CDU

„Lage wird leider nicht bis 2035 CO2-neutral werden. Es gibt keine Haushaltsmittel in den Ansätzen für die nächsten Jahre, die dieses Ziel erreichen könnten. Außerdem ist der Zeitraum viel zu kurz, 2045 wird schon schwierig.

Um das Ziel der CO2-Neutralität zu erreichen, kann die Stadt Lage eine umfassende und nachhaltige Strategie verfolgen, die verschiedene Handlungsfelder integriert. Hier sind zentrale Ansätze:

  • Förderung erneuerbarer Energien: z.B. durch Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden und die Unterstützung privater Investitionen.
  • Energieeffizienz steigern: Modernisierung öffentlicher Gebäude, Schulen und Infrastruktur durch energetische Sanierungen, um den Energieverbrauch zu senken. Dies geschieht schon seit Jahren (siehe energetische Sanierung der Schulen) und wird fortgesetzt werden.
  • Nachhaltiger Verkehr: Ausbau des Radwegenetzes (siehe CDU-Antrag September 2024 und aus 2020), Förderung des öffentlichen Nahverkehrs (Koalitionsantrag CDU / Grüne / FDP aus September 2022) sowie Umstellung der städtischen Fahrzeugflotte auf Elektro- oder Wasserstoffantrieb.
  • Lokale Kreislaufwirtschaft: Förderung von Recycling, Wiederverwendung und nachhaltiger Konsum, um den Ressourcenverbrauch zu minimieren.
  • Grünflächen und Biodiversität: Erhöhung des Baumbestands, Begrünung von Flächen und Schutz bestehender Grünanlagen zur Verbesserung des Klimas vor Ort.
  • Bürgerbeteiligung und Bildung: Sensibilisierung der Bevölkerung für Klimaschutzmaßnahmen und Einbindung in lokale Projekte.

Ein Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität ist das vor einigen Wochen beschlossene Nachhaltigkeitskonzept.

Dieses ist eine Richtschnur, an der sich Politik und Verwaltung gemeinsam orientieren wollen.“

SPD

„Die SPD Lage bekennt sich zu dem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2020, dass die Stadt Lage bis 2035 klimaneutral wird. Sie erkennt an, dass bisherige Maßnahmen und Planungen dazu noch nicht ausreichen. Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern günstige und emissionsarme Wärmelösungen (Fernwärme, Blockheizkraftwerke) anbieten. Gleichzeitig möchten wir einen behutsamen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien, wobei alle städtischen Gebäude PV-Anlagen erhalten sollen. Die  Mobilitätswende soll mit intelligenten Verkehrslösungen wie KI-unterstützter Ampelsteuerung und dem Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur vorangebracht werden. Die SPD Lage setzt sich dafür ein, dass Klimaauswirkungen bei jeglichen Entscheidungen berücksichtigt werden und bei negativer Prognose Alternativen geprüft werden müssen.“

Bündnis 90 / Die Grünen

„2035 klimaneutral zu sein ist ein Ratsbeschluss, der für uns GRÜNEN verbindlich ist.

Wir haben Solar-Energie auf viele öffentliche Dächer gebracht -ein wichtiger Baustein zur Klimaneutralität. Auch Agri-PV in Betracht zu ziehen ist unser Plan. Windkraft sollten wir dort umsetzen, wo auch die Akzeptanz dafür gegeben ist bzw. keine ökologischen Bedenken vorliegen. Hier muss noch mehr geschehen und wir hoffen, dass die Netzstruktur zügig ausgebaut und Speichertechnologie vorangebracht ist. Dazu sind wir mit dem Netzbetreiber im Gespräch. Die Stromnutzung muss dezentral und unter Bürgerbeteiligung erfolgen.

Private Klimaschutzprojekte fördern.

Ein weiterer Meilenstein wäre die CO2-Einsparung im Gebäudebereich. So z.B.die Nutzung vorhandener Strukturen vor Totalabriss und Neubau (Bsp.'Papageiensiedlung').

Hohe Effizienzstandards bei Neubau und Sanierung.“

FDP

„Unser Ansatz ist praxisnah:

  • Abwärme nutzen: Die Abwärme der Zuckerfabrik könnte das Schulzentrum Werreanger, die Sporthalle oder das Hallenbad effizient und nachhaltig mit Energie versorgen
  • Erneuerbare Energien fördern: Wir wollen Photovoltaik auf privaten und gewerblichen Dächern stärker unterstützen und bürokratische Hürden abbauen
  • Windkraft als Bürgerprojekt: Durch genossenschaftliche Modelle können sich Bürger direkt beteiligen und von der Energiewende profitieren.

Das Ziel ist ein verbindlicher Fahrplan mit Zwischenzielen, der regelmäßig überprüft und nachjustiert wird. Nur so bleibt der Weg zur CO2-Neutralität realistisch und transparent.“

Aufbruch C

„Wir wollen mit Mut und klarer Planung ans Ziel: Ausbau von erneuerbaren Energien, energetische Sanierungen, Förderung umweltfreundlicher Mobilität und Aufforstung. Jährliche Fortschrittsberichte sollen zeigen, dass wir gemeinsam vorankommen.“

Die Linke

„Der ÖPNV muss ausgebaut werden. Das bedeutet er muss attraktiver, zugänglicher, bezahlbarer und grüner werden. Auch im ländlichen Bereich ist eine Verkehrswende möglich. Außerdem müssen weiterhin die örtlichen größeren Unternehmen mehr geprüft und mit Verpflichtungen zum Umweltschutz, sowie zur Herabsenkung der eigenen Emissionen belegt werden.“

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